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In Rom liebt man besser 

Glück kann man nicht erzwingen: Kevin James verzaubert.
Kevin James überzeugt als Romantiker vor römischer Kulisse.
Foto: IMAGO/Supplied by LMK (www.imago-images.de) | Kevin James überzeugt als Romantiker vor römischer Kulisse.

Für Matt Taylor, gespielt von „King of Queens“-Star und bekennendem US-Katholiken Kevin James, der in seinem neuen Film „Solo Mio“ als Kunstlehrer an einer US-Grundschule unterrichtet, wird ein Albtraum wahr. Seine Verlobte Heather (Julie Ann Emery, „Better Call Saul"-Serie) erscheint nicht zur Trauung und lässt Matt vor dem Traualtar einer römischen Kirche mit einem kurzen Abschiedsbrief einfach stehen. So bleibt Matt mit seinem gebrochenen Herzen nichts anderes übrig, als die teuer gebuchte Flitterwochen-Reise durch das romantische Rom und die schöne Toskana allein anzutreten, denn er kann die Reise nicht mehr stornieren und Heather weder telefonisch erreichen noch mit ihr über ihre Beweggründe sprechen. Dabei stößt Matt auf seinem ungewollten Solo-Trip im Hotel auf das Ehepaar Meghan (Alyson Hannigan, „American Pie“-Reihe und „How I Met Your Mother“-Serie) und Julian (Kim Coates, „Sons of Anarchy“-Serie), die sich bereits zweimal haben scheiden lassen und nun zum dritten Mal gemeinsam in den Flitterwochen sind.

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Zudem lernt er Neil Simmons (Jonathan Roumie, der Jesus-Darsteller aus der „The Chosen“-Serie) kennen, der seine Therapeutin Donna (Julee Cerda, „Passengers“) geheiratet hat. Die neuen Freunde bekommen schnell mit, dass Matt mit seinem Schicksal hadert und insgeheim immer noch hofft, Heather wieder zurückzugewinnen. Nachdem sie ihn jedoch auffordern, endlich zu akzeptieren, dass seine Braut ihn verlassen hat und nicht mehr zurückkommen wird, trifft Matt im nahegelegenen Café del Sole auf die quirlige Café-Betreiberin Gia (Nicole Grimaudo aus „Männer al dente"), deren italienische Lebensfreude ihm neue Perspektiven auf sein Leben eröffnet. Gemeinsam entdecken sie, wie das Leben ungeplante Wendungen nehmen kann und dass Glück oft erst dann entsteht, wenn man es nicht bewusst sucht. Im weiteren Verlauf besuchen sie Gias Familie in Siena, wo sie schließlich auf den berühmten italienischen Tenor Andrea Bocelli treffen, der einst mit Matts Lieblingsmusiker Ed Sheeran den Song „Perfect Symphony“ aufgenommen hat und der zur Verwunderung seiner amerikanischen Gäste bei einem gemeinsamen Abendessen auf ein Tischgebet besteht und mit der Arie „Nessun Dorma“ allen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. 

Kevin James kann auch romantisch 

„Solo Mio“ präsentiert uns eine Geschichte um Liebe, Verlust, die Angst, allein zu sein, überraschende Wendungen und zweite Chancen im Leben. Der romantische Film, der unter der Regie von Chuck und Dan Kinnane entstand und für den Kevin James gemeinsam mit John und Patrick Kinnane das Drehbuch schrieb, wird von den Angel Studios vertrieben, die auch für die Jesus-Serie „The Chosen" verantwortlich sind und seit vielen Jahren christliche Filme ins Kino bringen („Sound of Freedom“, „Die Gesandte des Papstes“). Dies dürfte wohl auch der Grund sein, warum wir den Jesus-Darsteller Jonathan Roumie in einer der Nebenrollen sehen. 

Kevin James ist ein versierter Komiker und Action-Star, aber ernsthafte oder gar romantische Rollen sind nichts, was man unbedingt als Erstes mit ihm verbindet. Umso mehr überzeugt er hier mit einer großen Wandlungsfähigkeit. Er spielt seine Rolle mit sehr viel Taktgefühl und zeigt sich als vielschichtiger Schauspieler, der den Schmerz seiner Figur ebenso überzeugend darstellen kann wie die lockeren Momente, wenn er frustriert und betrunken durch das nächtliche Rom irrt. 

„Solo Mio“ ist eine einzige Liebeserklärung an das italienische „La dolce Vita“-Lebensgefühl sowie insgesamt an Italien, seine Menschen und seine traumhaften Kulissen und Sehenswürdigkeiten. Somit kommen auch Rom- und Toskana-Liebhaber voll auf ihre Kosten und dürften bei so manchen Bildern von Siena, dem Kolosseum, dem Trevi-Brunnen oder der Spanischen Treppe in Erinnerungen schwelgen. Zudem ist der Film nicht nur prominent besetzt, sondern auch eine gelungene Mischung aus Drama und Komödie, bei dem man sogar eine katholische Pferdesegnung beim traditionellen „Palio di Siena“ erlebt. 

Dass Matt sich direkt auf jemand anderen einlassen kann, nachdem er kurz zuvor am Altar von der Liebe seines Lebens verlassen wurde, mag zwar ein wenig übereilt und unglaubwürdig daherkommen, ist aber auf der anderen Seite auch nachvollziehbar, weil der Film am Ende deutlich macht, dass eine Ehe nicht auf der Angst vor dem Alleinsein gegründet sein sollte, sondern auf Vertrauen, Ehrlichkeit und gegenseitiger Liebe. Leider geht der dramatischen Liebeskomödie, die ihre Handlung zunächst langsam aufbaut, indem sie sich Zeit lässt, um uns die verschiedenen Charaktere und ihre Geschichten zu präsentieren, am Ende jedoch die Puste aus, und das Happy End kommt sehr plötzlich und überhastet daher. Was aber letztlich nicht darüber hinwegtäuscht, dass „Solo Mio“ eine schöne Botschaft vermittelt. Denn er ist vor allem ein Film darüber, dass man auch in schwierigen Zeiten nie aufgeben sollte, weil man nicht weiß, was noch Gutes auf einen wartet. Ganz gleich, was das Leben an Schicksalsschlägen für einen bereithält – schon um die nächste Ecke kann auch wieder das große Glück warten. Man muss es nur zulassen und annehmen. „Solo Dio sa“ – „Nur Gott weiß es“! 

 „Solo Mio", USA 2026, 96 Minuten, Regie: Chuck Kinnane und Dan Kinnane, ab dem 28. Mai im Kino.  


Der Autor ist Priester im Erzbistum Köln.

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