In „Goodbye June“ geht es nicht darum, den Tod „zu bewältigen“. Er ist einfach da: in der Krankenhausluft, in den kurzen Besuchszeiten, in dem Wissen, dass es diesmal keine Wende mehr gibt. Kate Winslet erzählt das in ihrem Regiedebüt so unaufgeregt, dass man glauben könnte, sie beobachte einfach nur. Doch gerade diese Zurückhaltung ist Programm: Das Drama entsteht nicht aus großen Effekten, sondern aus kleinen, verletzlichen Gesten, aus Blicken, aus Sätzen, die zu lange nicht gesagt wurden. June (Helen Mirren) liegt im Endstadium im Krankenhaus. Zwei Wochen vor Weihnachten versammelt sich die Familie um ihr Bett: der Vater Bernie (Timothy Spall), vier erwachsene Kinder, Partner und Enkel. Und mit ihnen ...
Die Kunst der Versöhnung als Gnade
Kate Winslets Regiedebüt „Goodbye June“ ist ein Familiendrama über Abschied, Nähe und alte Konflikte.
