Musik

Warum Lisa Marie Presley so tragisch endete wie ihr Vater

„Mythos Elvis“: Warum Lisa Marie Presley (1968-2023) so tragisch endete wie ihr berühmter Vater.
Lisa Marie Presley
Foto: IMAGO/MJT (www.imago-images.de) | Sie war wohl ihr ganzes rebellisches Leben lang auf der Suche nach der Liebe, die ihr durch den frühen Tod ihres Vaters genommen wurde, jedoch konnte sie diese weder in ihren zahlreichen Partnerschaften, noch im ...

Als Elvis Presley, als frischgebackener Vater, 1969 den Hit „Don´t cry Daddy“ aufnahm und seine Tochter Lisa Marie den Song zum 20. Todestag ihres Vaters im Jahr 1997 als Duett mit ihm neu veröffentlichte, ahnte wohl noch niemand wie bezeichnend dieser Song für die Elvis Familie einmal werden würde, bei der Tränen der Freude und Tränen der Trauer, im ständigen Wechsel fließen. Eigentlich lief es für Elvis, bzw. sein Vermächtnis, im Jahr 2022, sowie Anfang dieses Jahres mehr als gut. Doch am 12. Januar 2023 erschütterte plötzlich eine schockierende Nachricht die Weltöffentlichkeit: Elvis einzige Tochter, Lisa Marie Presley, verstarb unerwartet mit 54 Jahren durch einen plötzlichen Herzstillstand, ähnlich wie ihr Vater 1977, im Alter von 42 Jahren, als Lisa Marie grade mal neun Jahre alt war.

Nun wird sie bald neben ihrem Vater und ihrem verstorbenen Sohn Benjamin Keough, der sich auf den Tag genau zweieinhalb Jahre vor ihrem Tod am 12.07.2020 selbst das Leben nahm, ihre letzte Ruhestätte auf Graceland finden. Glück und Unglück liegen oft nah beieinander, ungeahnte Höhenflüge und tragische Abstürze, ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben der Presley Familie.

Eine Gestalt und viele Mythen

Der Name ist für seine Mitglieder Fluch und Segen zugleich. Letztes Jahr war Elvis medial wieder in aller Munde. Im Netflix Film „Weisses Rauschen“ lieferten sich Ende des Jahres Adam Driver und Don Cheadle als Professoren an der Uni ein skurriles Wortduell über die Gemeinsamkeiten zwischen Adolf Hitler und Elvis Presley als „Muttersöhnchen“ und „Massenhypnotiseure“ und in der neuen Disney+ Serie „Das Vermächtnis von Montezuma“, die auf den beiden „Nicolas Cage Vermächtnis Filmen“ basiert, wird Elvis gar als Freimaurer bezeichnet, der in seinem Haus auf Graceland in einem Geheimversteck den Hinweis auf einen alten Indianer Schatz versteckt haben soll.

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Um Elvis ranken sich viele Mythen und es kommen scheinbar immer noch neue dazu, da er bis heute als Mensch und Jahrhundertkünstler eine unerschöpfliche Projektionsfläche für alle möglichen Theorien bietet. Als im Juni 2022 schließlich die langerwartete Filmbiographie „Elvis“ über das Leben und Wirken des Megastars in unsere Kinos kam, war die Begeisterung groß und das Phänomen Elvis erstrahlte wieder im neuen Hollywood-Glanz. Seit dem wurde der Film, mit einem Einspielergebnis von fast 300 Millionen Dollar, nach „Bohemian Rhapsody“ zum kommerziell zweiterfolgreichsten Biopic der Filmgeschichte. Er wurde mit Preisen überhäuft, in den wichtigsten drei Kategorien für den Golden Globe nominiert, gewann schließlich den Preis für den besten Darsteller in einem Drama und gilt jetzt als heißer Oscarfavorit.

Bei der Preisverleihung der Awards am 10. Januar hatte Lisa Marie mit ihrer Mutter Priscilla und dem Gewinner und Elvis Darsteller Austin Butler ihren letzten öffentlichen Auftritt, nachdem sie nur zwei Tage zuvor den 88. Geburtstag ihres Vaters auf Graceland, unter den Augen der Medien gefeiert hat. Schon da sah man ihr an, dass sie recht abwesend wirkte, blass aussah und es ihr wohl nicht gut ging. Aber es ahnte wohl niemand, dass sie nur vier Tage später, ihrem Vater nachfolgen und unter ähnlichen Umständen sterben würde. Ihr Herz hörte einfach auf zu schlagen, vielleicht auch weil es zu viele Schicksalsschläge in ihrem kurzen und bewegten Leben zu verkraften gab.

Das Leben von Lisa Marie

Lisa Marie wurde am 1. Februar 1968, genau neun Monate nach der Hochzeit von Elvis und Priscilla, in Memphis, Tennessee, geboren. Mit vier Jahren zog sie von Graceland weg und mit ihrer Mutter nach Los Angeles, nachdem sich ihre Eltern nach sechs Jahren Ehe 1973 scheiden ließen. Nachdem Tod ihres Vaters und in den folgenden Jahren auch ihres Opas und ihrer Urgroßmutter, wurde Lisa Marie 1980 Alleinerbin und erbte auch das Anwesen ihres Vaters sowie sein Vermögen von geschätzten 100 Millionen Dollar, dass ihr mit Vollendung ihres 25. Lebensjahres ausgehändigt wurde. 1988 heiratete Lisa Marie den Musiker Danny Keough, mit dem sie zwei Kinder bekam: Tochter Riley 1989 und Sohn Benjamin 1992. Nach fünfeinhalb Jahren Ehe ließ sich das Paar im Mai 1994 scheiden. Weniger als einen Monat später heiratete sie bereits Michael Jackson, den sie bei einem Konzert ihres verstorbenen Vaters in Las Vegas kennengelernt hatte, als sie sieben Jahre alt war und Michael siebzehn.

Die Welt staunte über die wundersame Beziehung des King of Pop mit der Tochter des King of Rock 'n' Roll. Nur zwei Jahre später beendeten Lisa Marie und Michael Jackson ihre Ehe. Im Jahr 2000 verlobte sich Lisa Marie schließlich mit dem Musiker John Oszajca. Die Beziehung endete jedoch, als sie im gleichen Jahr den Schauspieler Nicolas Cage kennenlernte. Zwei Jahre später heirateten Lisa Marie und Nicolas Cage in einer geheimen Zeremonie am 25. Todestag von Elvis. Nicolas Cage gilt bis heute als riesiger Elvis Fan und hat den King sogar mal selbst als Imitator in dem Film „Honeymoon in Vegas“ dargestellt. Weniger als vier Monate nach ihrer Hochzeit gaben die beiden jedoch ihre Trennung bekannt. Ihre vierte Ehe schloss sie 2006 mit Michael Lockwood, mit dem sie zwei Jahre später die Zwillingstöchter, Harper und Finley, bekam. Im Juni 2016 reichte Lisa Marie dann die Scheidung ein. Daraufhin folgte ein Sorgerechtsstreit um ihre Kinder, der bis zu ihrem Tod angedauert hat.

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Auch eine engagierte Wohltäterin

Sie war wohl ihr ganzes rebellisches Leben lang auf der Suche nach der Liebe, die ihr durch den frühen Tod ihres Vaters genommen wurde, jedoch konnte sie diese weder in ihren zahlreichen Partnerschaften, noch im Drogen-und Alkoholkonsum, der sie mehrmals in Entzugskliniken führte, noch in der Musik finden, obwohl sie drei Alben mit eigenen Songs aufgenommen hat, die jedoch wenig erfolgreich waren. Zu hoch lag wohl der Erfolgsdruck auf ihr als Sängerin und Tochter des erfolgreichsten Entertainers der Welt, es ihrem Vater, bei ihren musikalischen Gehversuchen, gleich zu tun. Die Fußspuren, die ihr Vater hinterlassen hat, waren zu groß für die kleine Lisa Marie.

Was wohl eher die wenigsten wissen werden, ist, das sie  auch eine engagierte Wohltäterin war, die lange Zeit die Elvis Presley Charitable Foundation leitete, die ganz im Sinne von Elvis, der aus einfachen Verhältnissen stammte und Zeit seines Lebens viel Geld für diverse Hilfsprojekte gespendet hat, obdachlosen Familien hilft und mietfreie Wohnungen, Kinderbetreuung und andere Dienste für bedürftige Familien anbietet. Darüber hinaus arbeitete sie auch mit Oprah Winfreys Angel Network zusammen, um den Opfern des Hurrikans Katrina zu helfen, sowie mit der Dream Factory, die Kindern mit lebensbedrohlichen Krankheiten oder Behinderungen hilft. Schade nur, dass ihr der Name Presley, wohl selbst keine Hilfe im Leben war, sondern eher eine Behinderung darstellte, sich frei als eigenständiger Mensch zu entfalten und nicht nur die Tochter eines weltberühmten Vaters zu sein. Ruhe in Frieden, Lisa Marie.

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