Dunkel und beklemmend ist die Szenerie, in die Georges Bernanos den Leser mit seinem 1926 erschienenen Werk „Die Sonne Satans“ versetzt. Das Schreiben daran war lebensnotwendige Selbsttherapie für den Kriegsteilnehmer, der vier Jahre im Schützengraben durchgestanden hatte und seitdem an Depressionen und Angstzuständen litt. Die melancholische Kulisse für die Romanhandlung bildet das Artois, eine Region im Nordosten Frankreichs, die Heimat von Bernanos, für die er wehmütige Bilder fand: „Wege des Landes Artois, fahlrot im späten Herbst und dampfend wie Tiere, Pfade, verwesend im Novemberregen, riesige Wolkenjagden, Aufruhr des Himmels, tote Gewässer…“ Der Roman, sein erster, ist abends an Wirtshaustischen ...
Teuflische Versuchung – Georges Bernanos’ „Die Sonne Satans“
Der Teufel im bedeutenden Erstlingswerk von Bernanos zeigt noch den Abglanz der ursprünglichen Würde gefallener Engel. Damit fällt es ihm leicht, die Menschen zu versuchen. Er gleicht Ideologen, die aus einem guten Impuls heraus beginnen, dann aber ihre Ideale pervertieren und die Menschen ins Verderben führen.
