Neue Grünen-Vorsitzende

Ricarda Lang: Bisexuell, unerschrocken und frech

Keinen Ausbildungsabschluss zu haben, gehört zur grünen Kernkompetenz. Das gilt auch für die beiden neuen Vorsitzenden, die damit in guter grüner Tradition stehen. Sie deshalb zu unterschätzen, könnte gefährlich sein.
Neue Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang
Foto: Kay Nietfeld (dpa) | Ricarda Lang gilt als politisches Talent. Wer ihr in sozialen Netzwerken folgt, versteht, was heute damit gemeint ist: Sie ist laut, unerschrocken und frech.

Die gute Nachricht ist, dass Vize-Kanzler (ja, es geht einem schwer über die Tasten) Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock am vergangenen Wochenende als Doppelspitze der Grünen ihre Stühle räumen mussten. Die Partei versucht vorbildlich eine Machtakkumulationen zu vermeiden, ihre Satzung verbietet deswegen die Gleichzeitigkeit von Parteiamt und Regierungsmitgliedschaft.

Die schlechte Nachricht ist: Man hat stattdessen die Nachwuchsgrüne Ricarda Lang und ihren Kollegen Omid Nouripour nachgewählt. Die Beiden verbindet außer ihrer Parteimitgliedschaft vor allem eine weitere grüne Kernkompetenz: Keiner von ihnen besitzt eine Berufsausbildung oder gar einen Studienabschluss. Damit ist man bei den Grünen quasi für jedes Amt geeignet und tritt in traditionsreiche Fußstapfen.

„So wird Ricarda Lang wegen anderer Kernkompetenzen gefeiert:
Sie ist laut Fachpresse erste „offen bisexuell Lebende“. Hurra!“

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Claudia Roth hat es mit der Überqualifikation eines abgebrochenen Studiums der Theaterwissenschaften und als „Managerin“ einer Punk-Musik-Band immerhin bis zur Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages gebracht. Joschka Fischer hatte sowohl Abitur als auch Lehre geschmissen und sich als Taxifahrer und studentischer Steinewerfer durchgeschlagen bis er auf dem Grünen-Ticket zum Außenminister avancierte, und Katrin Göring-Eckardt hat es trotz oder gerade wegen abgebrochenem Theologiestudium zum Ratsmitglied der EKD und ebenfalls zur Bundestags-Vizepräsidentin geschafft.

Um sich von der Masse der beruflich Unqualifizierten abzuheben, muss man bei den Grünen also noch eine Schippe drauflegen und so wird Ricarda Lang wegen anderer Kernkompetenzen gefeiert: Sie ist laut Fachpresse erste „offen bisexuell Lebende“. Hurra! Damit passt sie perfekt in eine LGBT-bewegte Partei und Gesellschaft, in der quotiertes weibliches Geschlecht und exotische, sexuelle Präferenzen längst als Kernkompetenzen gelten.

Kevin Kühnert und Ricarda Lang machen mit unerschrockener Frechheit Karriere

Nun wollen wir aber nicht unfair sein, immerhin tummeln sich auch bei allen anderen Parteien zunehmend bis in Spitzenpositionen Menschen, die es ohne erkennbare Qualifikation und ohne jegliche Berufserfahrung in einer stromlinienförmigen Parteikarriere dorthin geschafft haben. Das muss nicht zwingend schlecht sein, siehe Joschka Fischer, der einen ganz passablen Minister abgab. Und Claudia Roth hat zumindest Unterhaltungswert, das ist doch auch was!

Es hat aber zwei Achillesfersen: Es fehlt an Fachwissen wie an Realitätsbezug zum Echtleben jener Menschen, für die man Politik und Gesetze gestaltet. Die viel zitierte „Berliner Blase“ ist überbevölkert mit politisch Ambitionierten ohne Ahnung. Zweitens macht es sie abhängig von ihrer Partei. Wer sonst nichts kann, außer an Abgeordnetenstuhl und Wiederwahl zu klammern, weil er in der freien Wirtschaft auch im freien Fall wäre, ist zum Jasager vorprogrammiert. Frau Lang gilt als politisches Talent. Wer ihr in sozialen Netzwerken folgt, versteht, was heute damit gemeint ist: Sie ist laut, unerschrocken und frech. Eigenschaften, die in der SPD auch schon einen Kevin Kühnert ohne Ausbildung zum Generalsekretär gemacht haben.

Man weiß nicht, was Frau Lang kann - aber zumindest hat „das Mädel“ Biss

 

Ricarda Lang ist als ganze Person politisch, ihre Sexualität macht sie zum Programm, ihr Übergewicht bringt ihr dabei schamlose Beleidigungen in den sozialen Netzwerken ein. Andere würden ihren Körper verstecken, sie macht es zum Thema, um gegen das „Bodyshaming“ von dicken Menschen einzutreten. Andere Frauen kaschieren ihre Pfunde, sie hüllt ihn quietschbunt ein und postet Pool-Bilder bei Twitter. Ich weiß nicht, was Frau Lang wirklich kann. Sie tritt in Feminismus und Frauenpolitik für nahezu nichts ein, was ich teile und kämpft gegen vieles, was ich zutiefst ablehne.

Ihre erste Rede im Bundestag hielt sie allerdings ganz passabel frei und ersparte dem Auditorium jenes Gestammel, das so mancher Hinterbänkler mit Doktortitel dort auch nach vielen Jahren vom Blatt abliest. Es ist nun billig und einfach, sich über die 28-Jährige herzumachen. Vielleicht sollte man sie stattdessen aber lieber ernst nehmen. Das Mädel hat nämlich schon mehr Biss, als es die Mehrheit des Bundestages jemals haben wird.

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