Die Weissagung des Johannes als Schluss des Neuen Testaments bildet das Libretto von Franz Schmidts Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“. In Wien gehört das 1938 uraufgeführte Werk mit seinen düsteren Kriegsahnungen und den Hoffnung spendenden Visionen einer Erlösung durch den Weltenrichter zum musikalischen Nationalerbe, auf einer Stufe mit Bachs großen Passionen. Hierzulande ist das Werk eher selten in den Konzertprogrammen anzutreffen. Der Grund ist naheliegend: Die gigantische Besetzung, unverzichtbar für die opulente, spätromantische Musikauffassung, ist vor allem auch eine monetäre Herausforderung.
Religion aus dem Konzertsaal
Bringt der Konzertsaal den Glauben zurück zu den Menschen? „Das Buch mit sieben Siegeln“ eröffnet das Internationale Musikfest Hamburg in der Elbphilharmonie.
