Am Samstag vor 752 Jahren ist Thomas von Aquin gestorben. Grund genug für meine römische Universität, die Verschiebung seines liturgischen Gedenktages in den Januar zu ignorieren und ihn ein zweites Mal zu feiern. Das hat Methode und ist mit dem Wesen der Universitäten überhaupt verbunden: Denn „Universität“ kommt von „Universum“ – es soll ein Ort sein, an dem man sich mit dem Ganzen der Welt, also mit allem Möglichen, beschäftigt. Und für Thomas war es eben das, was den Menschen ausmacht: Anders als das nur auf mühselige Nahrungsbeschaffung konzentrierte Vieh ist der Mensch mit Geist begabt, kann sich in müßigen Stunden auch für das Unpraktische interessieren und Kunst, Poesie oder Wissenschaft betreiben.
Lasst uns Menschen machen
Offener Dorfplatz statt Elfenbeinturm: Universität heißt Austausch, Verstehen, am Weltgeschehen teilhaben wollen. Gedanken zum 752. Todestag von Thomas von Aquin.
