Herr Mangold, Sie haben bereits Anfang 2024 das Ende von Woke prophezeit: Der Zenit der Entwicklung sei überschritten, meinten Sie damals. Das war noch vor Donald Trumps zweiter Präsidentschaft und bevor er den Diversitätsprogrammen in Wirtschaft und Verwaltung den Kampf ansagte. Woran haben Sie das damals festgemacht? Wokeness trat ihren Siegeszug irgendwann in den frühen Zehnerjahren an, beginnend in den USA: als eine linke, subversive und auf der Seite der Unterdrückten stehende politische Philosophie – zumindest in ihrer Selbstbeschreibung. Zehn Jahre später hatten die Träger der Bewegung noch nicht mitbekommen, dass sie längst eine Allianz mit der Macht eingegangen waren, ob in der Politik oder in der Wirtschaft. Die großen ...
Ist woke vorbei, Ijoma Mangold?
In der Hochphase hatte der links-progressive Konformismus Medien und Kulturbetrieb fest im Griff. Heute sei die Linke dabei, sich neu auszurichten, sagt Zeit-Journalist Ijoma Mangold.
