Hat die Christenheit die Orientierung verloren? Schon in der „Didascalia Apostolorum“, einer syrischen Gemeindeordnung aus dem 3. Jahrhundert, ist zu lesen, dass die Gebete im Gottesdienst nach Osten hin verrichtet werden sollen. Und die etwa einhundert Jahre später verfassten „Apostolischen Konstitutionen“ sehen eine prinzipielle Ausrichtung des Kirchengebäudes „ad orientem“ vor, also nach Osten. Diese liturgischen Festlegungen basieren dabei auf der urchristlichen Tradition, gen Osten zu beten.
In Richtung Heimat blicken
Warum sind Kirchen geostet? Für die Kirchenväter war klar: Diese Perspektive bietet Zuversicht. Denn auch das Paradies lag im Osten. Gleichzeitig ist die Hinwendung nach Osten auch als Abkehr vom Bösen zu lesen: Sie ist eine Erinnerung an die Taufe.
