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Ich wär so gern links 

Einmal Rebellen, immer Rebellen: Eine linke Biedermeier-Kultur treibt prominente, ehemals linke Autoren nach rechts.
Alexander Graf von Schönburg
Foto: Sebastian Karadschow | Alexander Graf von Schönburg

Mein Hang zum Nonkonformismus ist fast zwanghaft. Wenn alle einer Meinung sind, fällt es mir schwer, zuzustimmen, egal wie eindeutig die Sachlage. Wie gesagt, bei mir ist das mehr ein Tick als eine Tugend. Im Moment hätte ich zum Beispiel große Lust, links zu werden. Am besten gleich Trotzkist oder Bakunist, um auch unter den Linken möglichst in der Minderheit zu sein. Warum? Weil plötzlich alle rechts oder wenigstens konservativ sein wollen! Gerade ist ein Büchlein erschienen, in der sich lauter ehemalige prominente Linke reumütig auf die Brust schlagen und ihre Lebensirrtümer beklagen. „Wenn das Denken die Richtung ändert. Warum wir nicht mehr links sind“ (Kohlhammer Verlag, 259 Seiten, 24 Euro) heißt das Buch.

Hinweis: Dieser Artikel ist vor Abschluss des Probeabos erschienen, weswegen er in diesem nicht enthalten ist.
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