Größe und Tragik einer ganzen Zivilisation spiegeln sich in der Hagia Sophia von Istanbul. Im Jahr 325 hatte Kaiser Konstantin der Große mit dem ersten Bau einer Kirche zur Heiligen Weisheit am Bosporus begonnen – jener erste getaufte Kaiser Roms, der aus dem griechischen Byzantion das neue, das christliche Rom machen wollte. Und sein Vorhaben war erfolgreich, denn seine „Basileia ton Rhomaion“ und Konstantinopel als Herz dieses getauften Imperium Romanum überlebten das alte Rom um ein volles Jahrtausend. Perser, Seldschuken, Waräger, Ungarn, Awaren und Slawen setzten dem neuen Römischen Reich zu, das sein Zentrum nicht mehr in der Mitte des Mittelmeeres, sondern am Bosporus hatte. Doch erst als Sultan Mehmet II. am 29.
Hagia Sophia: Herzwunde am Bosporus
Über Jahrhunderte war die Hagia Sophia Konstantinopels eine der bedeutendsten Kirchen der Christenheit. Anders als seine vier Amtsvorgänger wird Papst Leo XIV. sie bei seinem Istanbul-Aufenthalt nicht besuchen, stattdessen aber die Sultan-Ahmet-Moschee besichtigen. Aus gutem Grund.
