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Gottesstrafen und Menschenwürde 

Der Gott des Alten Testaments ist heute vielen in seinen Handlungen nicht mehr einsichtig. Bei weitem zu Unrecht. 
Der alttestamentarische Gott war kein ungerechter Spielverderber, sondern zerstreute das Volk zu Babel aus gutem Grund. Eine Illustration des Turmbaus in einem altenglischen Hexateuch, 1025-1050.
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Der alttestamentarische Gott war kein ungerechter Spielverderber, sondern zerstreute das Volk zu Babel aus gutem Grund. Eine Illustration des Turmbaus in einem altenglischen Hexateuch, 1025-1050.

Gottes Strafen im Alten Testament sind oft nicht auf den ersten Blick einsichtig. Dann schreibt man gedankenlos Gott eine unbarmherzige Härte und Grausamkeit zu und verkennt den Sinn solcher Geschichten. Bei der Sintflut ging es um die Sündhaftigkeit der Menschen, aber zuvor auch darum, dass sie noch nicht durchweg Menschen im uns vertrauten Sinn waren. Noch gab es unter ihnen übermäßig große Exemplare: „Damals lebten die Riesen auf der Erde und auch später noch.“ (Gen 6, 4) So wenig wie Körpergröße und -kraft hatte sich die Lebenszeit schon eingependelt; Set, einer der vorsintflutlichen Patriarchen, wurde 912 Jahre alt.

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