Die 1950er-Jahre waren ein Höhepunkt in Heinrich Bölls Werkschaffen und sein Durchbruch. Es war die Zeit, in der die Kinder der Nachkriegsgeneration auf den noch nicht geräumten Ruinen tollten, im Hinterhof Lagerfeuer mit herausgeklaubtem Trümmerholz machten und mit selbst gebastelten Holzgewehren den Krieg spielten, von dem die heimgekehrten Väter raunten. Rau war noch der Ton der Menschen und viel raue Gewalt auch unter uns. In der Schule riefen wir uns mit dem Nachnamen. Konsum lange entbehrter Güter und die Erarbeitung von Wohlstand waren Hauptlebensinhalt der Erwachsenen, nachdem ihre Werte sich als Unwerte herausgestellt hatten. Muffig und kleinbürgerlich die Gesellschaft, deren Enge und Spießigkeit Böll in seinen Werken aufspießte.
Er wünschte sich den Sieg
Heinrich Bölls „Brief an einen jungen Katholiken“ von 1958 lässt sich im Lichte des wieder aktuellen Themas der gerechten Verteidigung mit kritischem Blick neu lesen.
