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Die russische Seele auf der Couch 

„Russian Psycho“: Weil das Land ein Identitätsproblem hat, gedeihen Krieg und Korruption.
ulturland Russland: Eine Szene der diesjährigen Inszenierung „Stray Dog“ (Streunender Hund) von Lera Surkowa am Jermolowa-Theater in Moskau. Inhalt ist ein nostalgisch-melancholisches Porträt der letzten, unbeschwerten Jahre der Petersburger Bohème vor dem Ersten Weltkrieg und der Revolution.
Foto: IMAGO/Alexey Nikolskiy (www.imago-images.de) | ulturland Russland: Eine Szene der diesjährigen Inszenierung „Stray Dog“ (Streunender Hund) von Lera Surkowa am Jermolowa-Theater in Moskau. Inhalt ist ein nostalgisch-melancholisches Porträt der letzten, unbeschwerten Jahre der Petersburger Bohème vor dem Ersten Weltkrieg und der Revolution.

Nationalromantik ist feine Moskauer Haute Couture. Man beschwört die Tiefe der russischen Seele, die Heiligkeit Russlands. Diese trendige Romantik verträgt sich jedoch schlecht mit den unvorstellbar brutalen Verbrechen, die die russische Armee in der Ukraine nicht erst seit Februar 2022 begeht. Sie verträgt sich auch schlecht mit der russischen Realität. Die russische Elite bereichert sich seit Jahrzehnten schamlos, während die Provinzen verelenden. Gouverneure und Politiker, die das Regime kritisieren, werden abgesetzt, vergiftet oder fallen aus dem Fenster.

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