Die lautstarke Vielstimmigkeit der Unionspolitiker und -politikerinnen verursacht Ohrenschmerz nicht nur bei Kanzler Merz: Die Dissonanzen dominieren. Der kunstvolle Kontrapunkt als Harmonie der Gegensätze: Vergangenheit. Die Alten von damals, etwa Kohl und Strauß oder Angela Merkel und die vier CSU-Chefs in ihrer Kanzlerschaft – irgendwie und immer wieder haben sie es hinbekommen. Merkel mit ihrem Flötenunterricht als Jugendliche und Seehofer als Autodidakt, der sich am Keyboard mit „Let It Be“ beruhigen konnte. Es war einmal: Zwar treffen sich alle bei Richard Wagner am Grünen Hügel, doch sein kontrapunktisches Wunderwerk aus den „Meistersingern“ haben sie nicht verstanden.
Der Union fehlt Konzertreife
Während die AfD von Erfolg zu Erfolg marschiert, sucht die Union nach Führung. Ein politisch-musikalisches Feuilleton.
