„Du Opfer!“ schallt es über Berliner Pausenhöfe. Längst ist der ursprünglich aus dem religiösen Bereich stammende Begriff zur Beleidigung mutiert. Vermutlich hat sich das Wort aus dem Türkischen in die deutsche Sprache geschlichen und wurde von Deutschrappern propagiert als Schimpfwort für Menschen, die sich nicht zur Wehr zu setzen wissen und dem gehypten Anspruch auf Muskelmännlichkeit nicht entsprechen.
Der neue Opfer-Kult – kein Weg zur Heiligkeit
Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter plädiert für einen Perspektivwechsel bei Täter/Opfer-Zuschreibungen. Auch dem Opfer gebührt kritische Aufmerksamkeit in Bezug auf aktives Handeln.
