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Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft & Kultur
Archiv Inhalt 75. Todestag

 Berühmt, doch unbekannt – der Weltenwanderer Hermann Broch 

Ob er lieber Wissenschaftler oder Literat sein wollte – er wusste es nicht. Als Großer gilt er dennoch, oft zitiert, doch wenig gelesen. Eine Erinnerung zum 75. Todestag. 
Von 1936 bis 1938 lebte Hermann Broch im Haus von Freunden in Altaussee (Steiermark)
Foto: Kunze | Von 1936 bis 1938 lebte Hermann Broch im Haus von Freunden in Altaussee (Steiermark); es steht nicht mehr. Vor dem Folgebau wurde eine Tafel angebracht, die fälschlich von einem langen Aufenthalt berichtet. Das mag daran liegen, dass er schon zuvor in die Region gekommen war. In Altaussee schrieb er an seinem Roman „Die Verzauberung“ sowie an der Völkerbundresolution. Von hier wurde er 1938 abgeführt ins Gefängnis nach Bad Aussee.

Die Frage, wer Hermann Broch war, stellt sich längst; vielleicht ist sie immer zu stellen gewesen. Großes Publikum nämlich hat der am 30. Mai vor 75 Jahren in New Haven (USA) verstorbene Schriftsteller, Spätberufener seines Fachs, nie gefunden. Dabei betörten die Hauptwerke des gebürtigen Wieners – „Die Schlafwandler“ (drei Bände, 1930–32), „Der Tod des Vergil“ (1945), „Die Schuldlosen“ (1950) – Kollegen wie Rezensenten. Thomas Mann rechnete den „Vergil“ zu den „höchsten Leistungen deutschen Schrifttums im Exil“. James Joyce, Thornton Wilder, Albert Einstein, Hannah Arendt, Carl Gustav Jung, Elias Canetti, Eric Voegelin, George Steiner, Gordon Craig – ...

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