Die Frage, wer Hermann Broch war, stellt sich längst; vielleicht ist sie immer zu stellen gewesen. Großes Publikum nämlich hat der am 30. Mai vor 75 Jahren in New Haven (USA) verstorbene Schriftsteller, Spätberufener seines Fachs, nie gefunden. Dabei betörten die Hauptwerke des gebürtigen Wieners – „Die Schlafwandler“ (drei Bände, 1930–32), „Der Tod des Vergil“ (1945), „Die Schuldlosen“ (1950) – Kollegen wie Rezensenten. Thomas Mann rechnete den „Vergil“ zu den „höchsten Leistungen deutschen Schrifttums im Exil“. James Joyce, Thornton Wilder, Albert Einstein, Hannah Arendt, Carl Gustav Jung, Elias Canetti, Eric Voegelin, George Steiner, Gordon Craig – ...
Berühmt, doch unbekannt – der Weltenwanderer Hermann Broch
Ob er lieber Wissenschaftler oder Literat sein wollte – er wusste es nicht. Als Großer gilt er dennoch, oft zitiert, doch wenig gelesen. Eine Erinnerung zum 75. Todestag.
