Ingeborg Bachmanns Gedichte fanden Ende der sechziger Jahre Aufnahme in die Schulbücher. Die apokalyptische „Anrufung des großen Bären“ oder die Dystopie „An die Sonne“ gingen unter die Haut. Bachmann, die Tochter eines evangelischen Volksschullehrers, führte ein Leben am Rande des Nervenzusammenbruchs. Dass die entwurzelte Klagenfurter Lyrikerin eine Freundschaft zu Heinrich Böll pflegte, wundert nicht. Denn Böll lebte in einer Gegenwelt, wie der nun edierte Briefwechsel mit „Inge“ anschaulich zeigt. Der Vater von drei Söhnen war ein Familienmensch und in den fünfziger Jahren noch fest verwurzelt im rheinischen Katholizismus.
Auf der Suche nach Halt
Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll gibt Einblick in eine Zeit des Traditionsverlustes.
