In Berlin stand das Hochfest Fronleichnam in diesem Jahr unter keinem guten Stern: Zuerst wurde am Donnerstag die zentrale Fronleichnamsprozession des Erzbistums mitsamt Open-Air-Pontifikalamt wegen einer Unwetterwarnung kurzfristig abgesagt; am darauffolgenden Sonntag, an dem die Feier des Hochfests auf Pfarreiebene nachgeholt werden sollte, fand die ADFC-Fahrradsternfahrt „Die Zukunft fährt Rad“ statt, weshalb mehrere Pfarreien ihre Prozessionen verkürzen oder in Nebenstraßen verlegen mussten. Böse Absicht ist hier nicht zu unterstellen: 30.000 Teilnehmer meldete die Fahrradsternfahrt; so viele hätten die katholischen Pfarreien Berlins wohl schwerlich auf die Straße gebracht.
Anbetung im Gegenwind
An Fronleichnam offenbart sich der Zwiespalt zwischen schwindender gesellschaftlicher Relevanz der Kirche und neuen geistlichen Aufbrüchen.
