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Biologische Männer und Frauen brauchen „Minderheitenschutz“

Weiblichen Männern und männlichen Frauen gehört die (westliche) Welt. Die Gesellschaft sollte traditionelle Geschlechterpaare besonders behüten.
Diversity
Foto: EBU/PBC | Selbst etwas so Banales wie ein Liederwettstreit, wird heute als Vehikel zum Transport ideologischer Inhalte missbraucht: Dabei geht es weniger darum, die normale Vielfalt darzustellen, als vielmehr meist kleine ...

Da es mittlerweile unendlich viele Lehrstühle für Gender Studies gibt, könnte der Eindruck entstehen, es handle sich hier um ein komplexes Forschungsgebiet, das nur Spezialisten zugänglich ist. Im akademischen Betrieb haben sie sich als eine Art Voodoo Science etabliert, die mit Begriffen wie „Phallogozentrismus“ zaubert. Doch das, worum es eigentlich geht, kann man auch ganz einfach erklären. Es gibt kaum jemanden, der bestreitet, dass es Männer und Frauen gibt. Das ist ein biologischer Unterschied, der so fundamental ist, dass er schon die frühesten gesellschaftlichen Ordnungsschemata geprägt hat.

Ganz anders aber steht es um den Unterschied zwischen männlich und weiblich. Das ist kein biologischer, sondern ein sozial-kultureller Unterschied, den man mit jenem biologischen nicht einfach gleichsetzen kann. Wissenschaftler sagen dann gerne, dass diese beiden Unterschiede „orthogonal“ zueinander stehen. Das heißt zu Deutsch, dass sie vier Felder bilden, nämlich männliche Männer, männliche Frauen, weibliche Männer und weibliche Frauen. Zwei dieser Felder gelten als reaktionär, die beiden anderen als progressiv und emanzipatorisch. Die „reaktionären“ bringen also die biologische und die sozial-kulturelle Unterscheidung zur Deckung; die „progressiven“ verknüpfen sie über Kreuz.

„Man erkennt sie oft daran, dass sie kurze Haare und einen Anzug tragen.
Die einfachste Form der Karriere bieten ihnen eben die Gender Studies“

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Die Kürze dieser Glosse gibt mir die Lizenz, in der Charakterisierung dieser vier Gruppen auch ein wenig mit Stereotypen zu arbeiten. Die männlichen Männer nennt man gerne „Machos“; sie verstehen sich als Einzelkämpfer in der gesellschaftliche „Wildnis“ und sorgen für den Unterhalt der Familie. Sie haben ein positives Verhältnis zu Risiko und Wettbewerb, und das Kainszeichen auf ihrer Stirn ist der Stolz. Die männlichen Frauen sind meist Karrieristinnen, sie neigen zum Feminismus und verzichten im Zweifelsfall auf Kinder. Man erkennt sie oft daran, dass sie kurze Haare und einen Anzug tragen. Die einfachste Form der Karriere bieten ihnen eben die Gender Studies.

Die weiblichen Männer hießen früher „Softies“ und sind jetzt zu „neuen Männern“ aufgewertet worden. Sie gelten als „achtsam“ (was immer das heißen mag), verstehen sich selbst als Teamplayer, sind für die Frauenquote und kämpfen gegen „Sexismus“. Die weiblichen Frauen rubrizierte man früher gerne unter den drei Ks: Kinder, Küche, Kirche. Gemeint ist also die Hausfrau und Mutter, die sich in der traditionellen Geschlechterrolle gefällt. Zu diesem Feld gehören aber auch die meisten gut aussehenden Frauen, die auf die Magie des Weiblichen und die Aufmerksamkeits-ökonomischen Vorteile ihrer Schönheit nicht verzichten wollen.

Mehr echte „Diversity“ wagen!

Zum Neuen Jahr nun ein Vorschlag zur Güte: Den weiblichen Männern und den männlichen Frauen gehört ja jetzt schon die Welt (zumindest die westliche). Wäre es da nicht im Sinne des Zeitgeists der „Diversity“, den Menschen, die in den traditionellen Geschlechterrollen leben wollen, eben dies zu gönnen? Wie wäre es mit einem Minderheitenschutz für männliche Männer und weibliche Frauen? Also für die Lebensformen, die vor fünfzig Jahren noch die Normalität selbst waren.

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