Diversität

Proteste gegen LGTBQ-Inhalte in der Schule

Ein Mädchenschulen-Verband in Großbritannien nimmt nur Schülerinnen auf, die in der Geburtsurkunde als weiblich eingetragen sind.
Schüler fordern Transrechte ein, weil sie angeblich human seien.
Foto: IMAGO / ZUMA Wire | Schüler fordern Transrechte ein, weil sie angeblich human seien.

In Großbritannien wie anderswo verbreiten LGTBQ-Lobbys (Lesben, Schwule, Transgender, Bisexuelle, Queer) durch Soziale Netzwerke ihre Ideologie. Die bei Jugendlichen, aber auch bei Kindern sehr beliebte TikTok-App, auf der weltweit inzwischen mehr doppelt so viel Zeit wie auf anderen Social Apps verbracht wird, ging beispielsweise Anfang 2021 eine Partnerschaft mit der Organisation Stonewall ein, die sich für LGTBQ-Personen einsetzt.

Aber nicht nur in den Sozialen Netzwerken, sondern auch in der Schule selbst werden LGTBQ-Inhalte durchgesetzt. So stellt die „Wohltätigkeitsorganisation“ „Just Like Us“ Unterrichtspakete für Schüler der sogenannten „Key Stage 1“ – Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren – zur Verfügung, in denen die „richtigen“ Pronomen für „nicht-binäre“ Personen erklärt werden. Sogar in den Mathematikunterricht werden „Genderfragen“ eingeführt. Über Transgender heißt es in dem Programm: „Wenn eine Person geboren wird, wird ihr ein Geschlecht zugewiesen. Für eine Transgender-Person entspricht das zugewiesene Geschlecht nicht dem, was sie innerlich fühlt. Jemand, dem gesagt wird, er sei ein Junge, fühlt sich also wie ein Mädchen, oder jemand, dem gesagt wird, er sei ein Mädchen, fühlt sich wie ein Junge.“

Kinder von Diskussionen über Geschlechter fernhalten

Laut Glen Owen, politischem Redakteur bei „MailPlus“, arbeitet „Just Like Us“ mit Billigung des Bildungsministeriums sowie mit der Unterstützung des Vorsitzenden der Liberaldemokraten Ed Davey und hochrangiger Abgeordneter der Labour-Partei, ganz zu schweigen von der großzügigen Finanzierung durch Facebook.

Das Programm von „Just Like Us“ hat verschiedentlich Proteste hervorgerufen, so beispielsweise 2019 in der „Parkfield Community Primary School“ in Birmingham, die mehrheitlich von muslimischen Schülern besucht wird. Als in der Schule „Homosexualität und Gender“ behandelt werden sollte, protestierte eine Gruppe von etwa 300 Personen mit Transparenten wie „Bildung statt Indoktrination“. Eine Mutter, Mariam Ahmed, organisierte eine Petition: „In diesem Alter ist das völlig falsch“, sagte sie. Kinder würden nicht wissen, „welche sexuelle Orientierung sie einmal haben werden“. Es sei in Ordnung, Kindern Respekt und Werte beizubringen, „aber der Aspekt der sexuellen Orientierung widerspricht unseren Prinzipien“, so Asma und Mohammed Jdaitawi; „Ich halte es für verwirrend und unnötig, kleinen Kindern die Ängste und Neurosen von Erwachsenen in Bezug auf Geschlecht und Sexualität aufzudrängen“.

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Auch die „Safe Schools Alliance“ – eine Gruppe von Lehrern und Eltern, die sich über Transgender-Aktivismus im Bildungswesen Sorgen machen – kritisierte das Programm, und wandte sich in einem Schreiben an den Bildungsminister, um ihre Besorgnis über die Indoktrinierung zum Ausdruck zu bringen.

Der Wunsch nach einem anderen Geschlecht

Durch die Zunahme von Transgender-Inhalten in Schule und Sozialen Netzwerken hat die Zahl der Kinder, die von Geschlechtsdysphorie – dem Wunsch, als ein anderes Geschlecht als das bei der Geburt zugewiesene zu leben – berichten, exponentiell zugenommen. Dies stellt vor allem monoedukative Schule vor besondere Probleme. Deshalb hat kürzlich der „Girls? Day School Trust (GDST)“, ein Zusammenschluss von 25 Mädchenschulen in England und Wales, neue Richtlinien im Umgang mit transsexuellen Schülern verabschiedet. Nun verweigern die monoedukativen Schulen die Aufnahme von biologisch männlichen Schülern mit „Transidentität“, die sich selbst also als weiblich identifizieren. Grundlage für eine Schulaufnahme soll das in der Geburtsurkunde eingetragene Geschlecht sein. Nach geltendem Recht können Kinder in Großbritannien ihr rechtliches Geschlecht nicht ändern.

Besondere Schwierigkeiten für monoedukative Schulen

Die Bewerbungen von Schülerinnen, die zwar rechtlich gesehen weiblich sind, sich aber selbst „als trans oder nicht-binär identifizieren“, sollen „von Fall zu Fall sorgfältig geprüft“ werden. Denn „für Transgender-Schüler stellen monoedukative Schulen einen besonderen Kontext dar. Der Besuch einer monoedukativen Schule, die ihren Bildungsansatz bewusst auf Mädchen ausrichtet, durch einen transsexuellen Schüler, der sich nicht als Mädchen identifiziert, stellt die Schule vor besondere Herausforderungen“.

In einer Erklärung sagte GDST-Geschäftsführerin Cheryl Giovannoni, die Zulassungspolitik der Schulen auf der Geschlechtsidentität und nicht auf dem in der Geburtsurkunde eingetragenen Geschlecht zu basieren, würde „den Status der GDST-Schulen als monoedukative Schulen gemäß dem Gesetz gefährden“. Auf der Grundlage einer Ausnahmeregelung dürfen die monoedukativen Schulen eine eingeschlechtliche Zulassungspolitik betreiben, ohne gegen das Gleichstellungsgesetz von 2010 zu verstoßen.“ Dazu führt Lehrerin Debbie Hayton auf der Onlineplattform „unherd.com“ aus: „Das Gleichstellungsgesetz erlaubt es monoedukativen Schulen, einige Ausnahmen zu machen; aber diese sind begrenzt und pragmatisch. So kann eine Mädchenschule bestimmte Kurse für Jungen anbieten, die an deren eigener Schule nicht angeboten werden.“ Das sei aber ganz anders bei Jungen, denen „vorgegaukelt wurde, dass sie Mädchen sind“. Denn sie werden „wahrscheinlich verlangen, die Mädchen-Toiletten und -Umkleideräume zu benutzen. Mit anderen Worten: Sie erwarten, dass die Mädchen nachrücken und Platz machen. Das ist unzumutbar, und zum Glück ist das Gesetz hier eindeutig“.

Allerdings werbe die Trans-Lobby schon lange für ein „Stonewall-Gesetz“. Das „Stonewall-Gesetz“ sei zuletzt „in zu vielen Organisationen eingeführt (worden), ohne dass dies offensichtlich in Frage gestellt wurde“. Die Haltung der GDST sei „jedoch ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Dinge ändern könnten und sowohl das echte Recht als auch der gesunde Menschenverstand zurückkehren könnten“.

Verwirrung durch Trans-Themen

„The Christian Post“ weist darauf hin, dass „Kritiker davor warnen, dass das Aufdrängen von Trans-Themen bei jungen Menschen zu Verwirrung führen könnte“. Die christliche Plattform zitiert Chris McGovern, einen ehemaligen Berater des Bildungsministeriums. McGovern habe bereits 2017 davor gewarnt, dass „Menschen damit Karriere machen wollen, Kinder zu ermutigen, ihr Geschlecht in einem Alter zu hinterfragen, in dem sie Kinder sein sollten. Wenn Lehrer diese Themen ansprechen, können Kinder verwirrt oder unglücklich und traumatisiert werden“.

Laut „The Telegraph“ haben Schulleiter das britische Bildungsministerium aufgefordert, einen nationalen Leitfaden zu Transgender-Fragen zu verabschieden, da die Verantwortlichen im Bildungswesen mit diesen Fragen „überfordert“ seien. Die Zeitung zitiert die bei der „Association of School of College Leaders“ für Richtlinien zuständige Julie McCulloch: „Das Problem hat in den letzten Jahren ziemlich schnell zugenommen, und man hat das Gefühl, dass es immer häufiger auftritt. Es ist ein Thema, über das sich fast alle Schulen Gedanken machen müssen, vor allem aber monoedukative Schulen.“

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