Würzburg

Max Baumann: Tönendes Licht

Michaela Hastetter porträtiert den Komponisten Max Baumann.
Kirchenmusik als Ausdruck des Glaubens: Der Komponist Max Baumann.
Foto: Max Baumann Gesellschaft e. V. Berlin | Kirchenmusik als Ausdruck des Glaubens: Der Komponist Max Baumann.

Zeitgenössische Kirchenmusik ist essenzieller Ausdruck des Glaubens. Und weil es dabei um die Wahrheit geht, um den, der für uns Weg und Leben ist, ist dieser Ausdruck nicht immer bequem. Gefälligkeit liegt Menschen wie dem Komponisten Max Baumann (1917–1999) fern. Denn sie sind sich dessen bewusst, was ihr Auftrag ist. Ihn im Gedächtnis zu halten ist ein wichtiger Auftrag, einer, bei dem es auch um die Zukunft der Kirche geht. Deshalb ist das neue Buch von Michaela C. Hastetter ein Geschenk. Denn in ihm setzt die Theologin, Schulmusikerin und Musikwissenschaftlerin, die als Dozentin am Internationalen Theologischen Institut (ITI) in Trumau und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz lehrt, genau jene Schwerpunkte, auf die es bei einer Monografie über den aus Kronach stammenden Komponisten ankommt.

Am Beginn steht eine lebendig geschriebene, ganz persönliche Einführung über die Begegnungsgeschichte zwischen der Autorin und dem Komponisten, den sie über das Studium seiner Werke kennengelernt hat. Dessen musikalisches und persönliches Credo entfaltet Hastetter im Spannungsfeld von Passion und Auferstehung. Wie die Brennpunkte einer Ellipse markieren die 1959 von dem Konvertiten Baumann komponierte Passion nach Texten der heiligen Schrift und der Liturgie, deren Entstehung ein intensives Studium der Geschichte der Passionskompositionen vorausging, und sein Auferstehungsoratorium. Beide Werke stehen zugleich für die innere Entwicklungsgeschichte Baumanns, die durch die Analyse der Binnenstruktur hindurchleuchtet.

Kenntnisreich und mit vielen wertvollen Gedanken entfaltet sich im Anschluss die kleine Geschichte der klingenden Rezeption des Letzten Abendmahls im Spannungsfeld der Klangschöpfungen von Max Baumann, dessen 1959 entstandenes Werk zum Thema seine Auseinandersetzung mit der protestantischen und katholischen Auffassung des Wandlungsgeschehens widerspiegelt und Wilfried Hiller, der sein Werk zum Abendmahl 2009 schuf.

Monografien wie die vorliegende sollte es viele geben. Dank gebührt deshalb Maximilian Heim, gebürtiger Kronacher und Abt vom Stift Heiligenkreuz und Adelheid Geck, einer profilierten Musikwissenschaftlerin und Baumann-Schülerin, die Michaela Hastetter zum Schreiben dieses lesenswerten Buches angeregt haben.

Michaela C. Hastetter: Licht fließt am Himmel. Eos Verlag, St. Ottilien 2019, 110 Seiten, ISBN 978-3-8306-7940-0, EUR 19,95

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