Wien

Österreichs Kirche steckt in Geldsorgen 

Die Corona-Krise führt 2020 zu Einnahmenausfällen von gut 90 Millionen Euro. Auch im Folgejahr werden geringere Einnahmen erwartet. Der Staat hilft.  
Österreich - Die Kirche hat Geldsorgen
Foto: Hans Punz (APA)

 Finanzielle Einbußen im Umfang von etwa 90 Millionen Euro erwartet die katholische Kirche in Österreich in Folge der Corona-Pandemie. Der Finanzkammerdirektor der Erzdiözese Salzburg, Cornelius Inama, führt diese Rückgänge auf niedrigere Einnahmen bei den Kirchenbeiträgen sowie Einbußen bei den Kollekten in Höhe von insgesamt 14 Millionen Euro und einen vollständigen Ausfall bei den kirchlichen Bildungshäusern zurück. 

Kurzarbeit führt zu geringeren Einnahmen

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Auch für das Folgejahr erwarten die österreichischen Diözesen niedrigere Einnahmen. Weil viele Katholiken arbeitslos oder auf Kurzarbeit umgestellt wurden oder deutlich geringere Umsätze und Einnahmen haben, wird 2021 weniger an Kirchenbeiträgen vorgeschrieben werden. Als derzeitiger Vorsitzender der diözesanen Finanzkammerdirektoren setzt Inama auf Sparmaßnahmen, insbesondere auf „Verschiebung von Baumaßnahmen oder Verschlankung in der Verwaltung“. Zwar versuche man mit allen Kräften, das Personal zu halten, doch solle bei Kündigungen und Pensionierungen versucht werden, Aufgabenfelder nicht mit externem Personal nachzubesetzen. 

Die Diözese Graz-Seckau (Steiermark) erwartet bis Jahresende ein Minus in Höhe eines hohen einstelligen Millionenbetrags. Im April und im Mai wurden wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise keine Mahnungen für den Kirchenbeitrag ausgesandt, wohl auch um ein weiteres Anwachsen der Kirchenaustritte zu vermeiden. An einem Stabilisierungsprogramm wird derzeit gearbeitet. Man rechnet jedoch damit, dass der wirtschaftliche Einbruch noch mehrere Jahre spürbar bleibt. Die Diözese Linz (Oberösterreich) rechnet im laufenden Jahr mit bis zu zehn Prozent weniger Einnahmen aus dem Kirchenbeitrag. Geplante Bauprojekte sollen verschoben werden. Kürzungen bei den Mitarbeitern oder einen Personalabbau will man in Linz vermeiden. Auch die „Zukunftsweg“ genannte Strukturreform der Diözese wird verschoben. 

Höhere Zuschüsse

Da kommt den Diözesen eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse gerade recht: Bereits am 8. Juli beschloss die schwarz-grüne Bundesregierung in Wien, die Wiedergutmachungszahlungen des Staates an die Kirchen anzupassen. Dabei handelt es sich um Entschädigungsleistungen für jene Güter, die unter dem Nazi-Regime ab 1938 beschlagnahmt, nach 1945 von der Republik jedoch nicht restituiert wurden. Für die katholische Kirche machten diese Zahlungen zuletzt rund acht Prozent ihrer Einnahmen aus, 2018 waren es insgesamt 49 Millionen Euro. Im laufenden Jahr kommen zur Erhöhung noch rückwirkende Zahlungen für die beiden vergangenen Jahre in Höhe von insgesamt knapp sieben Millionen Euro. 

 

DT/sba

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