Synodaler Weg

Maßgebend ist die Bitte Jesu, eins zu bleiben

Italienische Laien appellieren an Bischof Georg Bätzing: Der Synodale Weg droht dem Zusammenhalt der Kirche zu schaden.
Italienische Katholiken wenden sich mit einem Appell an Bischof Georg Bätzing
Foto: Nicolas Armer (dpa) | Italienische Katholiken wenden sich mit einem Appell an Georg Bätzing, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Der Appell bringt die Sorge um die Einheit der Kirche zum Ausdruck.

Zeichen der Verunsicherung, die der Synodale Weg der Kirche in Deutschland auch im Ausland verursacht, ist ein Appell von italienischen Katholiken an Bischof Georg Bätzing, den jetzt die Zeitschrift „Tempi“ auf Italienisch veröffentlicht hat. Der Aufruf trägt das Datum vom 30. Juli dieses Jahres und wurde bisher von 162 Gläubigen – ausschließlich Laien aus dem norditalienischen Raum – unterzeichnet. Initiator des Appells ist ein Anwalt namens Giuseppe Zola aus Mailand.

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Bruch befürchtet

Die Laien sorgen sich um die Einheit der Kirche, warnen vor einer Anpassung an den Zeitgeist und rufen den Synodalen Weg dazu auf, sich ohne Scham zu Jesus Christus zu bekennen, der die einzige Garantie sei, ein „neues“ Leben zu führen. Anlass des Appels, so heißt es einleitend, sei die halbherzige Antwort des Präsidium des Synodalen Wegs auf die Erklärung des Heiligen Stuhls vom 21. Juli, in der es der Vatikan untersagt hatte, den Gläubigen neue Strukturen und Lehren aufzuerlegen, die die weltkirchliche Einheit verletzen würden.

Der Aufruf der italienischen Laien gliedert sich in vier Punkte. Zunächst bezeichnet der Appell „den möglichen und sehr wahrscheinlichen Bruch der Einheit der katholischen Kirche“ als größte Gefahr, die von dem sich abzeichnenden Verlauf des Synodalen Wegs ausgehe. Jesus Christus habe im Johannes-Evangelium darum gebeten, dass alle eins blieben, und die Laien erinnern an den heiligen Bonifatius, der in Germanien dafür gearbeitet habe, dass die Kirche geeint bleibe. Eine geeinte katholische Kirche mache ihre Anziehungskraft und ihre Glaubwürdigkeit aus.

Nur die Freundschaft mit Christus

Im zweiten Punkt heben die italienischen Laien hervor, dass es Aufgabe einer kirchlichen Versammlung wie des Synodalen Wegs sei, in einer Zeit wie heute, in der viele Werte ideologisch umgedeutet würden, die Klarheit und Sicherheit zu mehren, wie sich Christen bewegen sollten. „Nur die Freundschaft mit Christus verändert wirklich die Welt und die Kirche, nicht die Vervielfachung der Regeln, die das Christentum auf eine Ethik verkürzen“. Außerdem, so heißt es in einem dritten Punkt, befürchte man, dass der Synodale Weg Zeitmoden hinterherlaufe, die nur eine begrenzte Haltbarkeit hätten.

„Wir glauben, dass es eine Illusion ist zu glauben, dass ein Nachgeben in der Lehre dazu führt, dass unsere Gemeinden voller werden“. Stattdessen würde die Kirche dann unbedeutender werden. Viele Bekehrungen in der heutigen Zeit hätten gezeigt, dass man nicht die Regeln ändern müsse, sondern zu „einem neuen Leben aufruft, in dessen Verlauf die Lehre erklärt und verstanden wird“.

Christus verleugnen

Man habe den Eindruck, so heißt es im vierten Punkt, dass viele, die beim Synodalen Weg mitwirken, sich schämen würden, sich zu Jesus Christus als dem zu bekennen, der er sei, und ihn stattdessen zu etwas umwandeln würden, was angeblich „appetitlicher“ sei. Aber Jesus habe schon gewusst, dass das geschehen würde, und denen, die ihn verleugnen würden, verheißen, dass auch er sie verleugnen würde. DT/gho

 

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