Es war am 13. April 1986: Johannes Paul II. war der erste Papst der Neuzeit, der eine Synagoge betrat. Vorausgegangen waren fast 2000 Jahre kirchlicher Geschichte, in der Juden trotz der gemeinsamen Glaubensgeschichte verfolgt, zwangsgetauft und ausgegrenzt worden waren. Die Große Synagoge am Tiberufer in Rom, in der sich einst das Ghetto befand, war ein symbolisch aufgeladener Ort: Auch dort hatte die jahrhundertelange Unterdrückung stattgefunden. Mit dem Eintritt in das jüdische Gotteshaus vollzog Johannes Paul II. eine fundamentale theologische Wende: Das Judentum wurde nicht mehr als überwundene Vorstufe des Christentums betrachtet, sondern als lebendige, eigenständige Glaubenstradition mit bleibendem Gottesbund.
Als der Papst erstmals eine Synagoge betrat
„Unsere bevorzugten Brüder“: Vor 40 Jahren öffnete Papst Johannes Paul II. das Tor zu einer neuen Ära der christlich-jüdischen Beziehungen.
