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Eine tektonische Verschiebung

Demoskopie, Zeitgeist und Expertokratie statt Schrift, Tradition und Lehramt: Wie der Orientierungstext des Synodalen Weges mit dem Konzil bricht.
Synodale bei der 4. Vollversammlung in Frankfurt
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L) | Expertokratie statt Lehramt? Synodale bei der 4. Vollversammlung in Frankfurt

Der Zeuge der Wahrheit steht unter der Wahrheit. Der Zeuge des Wortes steht unter dem Wort. Erst durch diese Bindung wird er überhaupt zum Zeugen. Ein Zeuge, für den die Wirklichkeit ein frei flottierendes Chaos beliebiger Bedeutungen wäre, das erst durch seine Entscheidung die Gestalt der Ordnung gewinnt, hat damit aus sich selbst aufgehört, Zeuge zu sein. Er mutiert vom Zeugen zum absolutistischen Gesetzgeber: „Auctoritas, non veritas facit legem“ (Thomas Hobbes). Nicht die Wahrheit, sondern die hervorbringende Macht des Gesetzgebers erzeugt das Gesetz. Halten wir fest: Dort wo die Wirklichkeit (die natürliche, politische, religiöse) in Vieldeutigkeit versinkt, löst sich das Konzept des Zeugen auf.

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