In allen drei biblischen Texten dieses Sonntags steht die radikale und nicht selten überraschende Zuwendung Gottes zu den Menschen im Zentrum. Gottes Liebe und Vorsehung erreichen den Menschen in seiner konkreten Lebenssituation. Dabei ist die Lesung aus dem paulinischen Römerbrief die emotionalste und deshalb auch konkreteste von den drei Perikopen.
Am Beginn dieser Lesung stellt Paulus eine Frage, die er am Ende der Texteinheit beantworten wird: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?“ Zwischen der Frage und der Antwort zählt Paulus auf, was von der Liebe Christi trennen könnte. Zuerst nennt er die Leiden, die ihn selbst und andere mutige Verkünder getroffen haben: Bedrängnis, Not, Verfolgung, Hunger, Kälte, Gefahr und sogar das Schwert, also die Androhung der Todesstrafe. Alle diese Nöte erwähnt Paulus auch in seiner berühmten „Narrenrede“ (2 Kor 11, 23–27) und an anderen Stellen in seinen Briefen.
Danach nennt er die äußersten Gegensätze im menschlichen Leben: Leben und Tod. Er nennt des Weiteren unsichtbare Geschöpfe, die nach jüdischer Vorstellung die Welt zwischen Himmel und Erde bewohnen: Engel und Mächte. Er lenkt den Blick auf zeitliche und räumliche Extreme: Gegenwärtiges und Zukünftiges, sowie auf Gewalten, auf Höhe oder Tiefe, und überhaupt auf jede von Gott geschaffene Kreatur. Am Ende gibt er die Antwort auf seine Frage: Nichts von all dem kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus offenbart wurde und die uns heute begegnet, wenn wir im Gebet Christus anrufen oder die Sakramente feiern.
Die Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 55, 1–3) richtet sich an die Juden im Babylonischen Exil. Sie werden aufgefordert, Gott die Treue zu halten und sich nicht den babylonischen Göttern zuzuwenden. Diese können sie nicht sättigen. Gott allein gibt Nahrung und Heil in Fülle, und zwar kostenlos aus reiner Gnade.
Auch im Evangelium geht es um die überraschende Fürsorge Gottes. Die hungernden Menschen, die Jesus an einem abgelegenen, einsamen Ort aufgesucht hatten, um ihn zu hören und ihn zu bitten, die Kranken zu heilen, werden von Jesus überraschend durch ein Wunder gesättigt.
Fünf Brote und zwei Fische vermehrt Jesus, sodass alle satt werden und sogar noch zwölf Körbe mit Brotstücken übrig bleiben. Alle drei biblischen Texte stärken unseren Glauben an Gottes Fürsorge. Besonders der paulinische Text vertieft unser gläubiges Vertrauen in die Nähe Gottes, auf die wir uns in allen Widrigkeiten des Lebens verlassen können: „Weder Tod noch Leben …, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Röm 8, 38f).
Jesaja 55,1–3
Römer 8,35.37–39
Matthäus 14,13–21
Zu den Lesungen des 18. Sonntags im
Jahreskreis 2026 (Lesejahr A)
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