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Luke Prihoda: Am Ball für den Herrn

Der Neupriester Luke Prihoda hat mehrere Jahre im Finanzsektor und als Baseballtrainer gearbeitet, bevor er seiner Berufung zum Priestertum folgte.
Luke Prihoda
Foto: IN | Ein offenes Ohr für den Ruf Gottes und sportliches Talent zeichnen Luke Prihoda aus.

Albe und Kasel statt Trikot und Sportschuhe: Der ehemalige Profi-Baseballspieler und -trainer Luke Prihoda (38) ist am 13. Mai in der Diözese Victoria, Texas zum Priester geweiht worden. Die Weihezeremonie fand in der Kathedrale Our Lady of Victory unter dem Vorsitz von Bischof Brendan J. Cahill, dem Bischof der Diözese, statt. Luke Prihoda ist nun Pfarrvikar (Kaplan) in der Pfarrei St. Rosa von Lima in Schulenburg, Texas, wo er auch seine Primiz feierte.

Der Werdegang im Video

In einem YouTube-Interview erzählt er von seinem Werdegang: „Ich bin in Weimar, Texas, in einer liebevollen Familie aufgewachsen. Der Glaube spielte eine Rolle, aber meine Leidenschaft galt dem Baseball. Ich hatte Gelegenheit, sowohl auf College- als auch in Minor-League-Ebene vier Jahre lang Baseball zu spielen. Dadurch konnte ich sowohl meinen Bachelor- als auch meinen Master-Abschluss absolvieren.“ Nach seiner Karriere als Spieler arbeitete Prihoda vier Jahre lang für einen Finanzdienstleister.

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Diese Zeit – vom Dezember 2010 bis August 2014 – habe er insbesondere wegen der Menschen positiv in Erinnerung, mit denen er zu tun hatte: „Ich konnte verschiedenen Kunden oder Vertretern helfen. Da es auch Aufstiegsmöglichkeiten gab, bewarb ich mich schließlich für eine Stelle im Vertriebsinnendienst, und ich erhielt sie auch.“ Seine Aufgabe habe darin bestanden, Kunden für Investitionsfonds zu gewinnen. „Aber bald erkannte ich, dass ich kein Verkäufer bin. Es war ein großartiges Unternehmen, in dem ich viel gelernt habe. Schließlich habe ich aber gekündigt, und mich um eine Stelle als Baseball-Assistenztrainer beworben.“

In Kingsville, Texas, gab es eine solche Stelle. Nach einem Vorstellungsgespräch mit dem Cheftrainer Jason Gonzales nahm er die Position an. Der Verein hatte auch einen Kaplan, John Chavarria. In den zwei Jahren als Baseballtrainer begann er, seine Prioritäten neu zu ordnen. „Ich versuchte, mein Verständnis des katholischen Glaubens zu vertiefen, nachdem ich einige Einkehrtage besucht hatte.“

Beziehung zum Herrn 

Dort geschah etwas Unvorhergesehenes, das Luke Prihoda als Beispiel dafür anführt, dass „der Geist weht, wo er will“: Einer der jungen Spieler habe einfach so zu ihm gesagt: „Ich habe Ihnen die ganze Woche zugehört, und habe den Eindruck, dass Sie nächstes Jahr ins Priesterseminar gehen werden.“ Prihoda sei überrascht gewesen, dass dieser junge Spieler „etwas in mir sah, das ich in mir selbst nicht erkenne“. Er habe ihm aber geantwortet, dass er nicht geplant habe, einen gutbezahlten Job aufzugeben, „um zurück zur Schule zu gehen“. Prihoda wörtlich: „Mir machte die Arbeit als Trainer Spaß. Daher dachte ich, dass das einfach die dümmste Idee überhaupt ist, und so habe er dies für ein seltsames Kompliment gehalten.“ Daraufhin habe er aber einen Bibelkurs für Spieler angeboten: „Es nahmen 8 bis 14 Jungs daran teil.“

Am Ende der Saison, im Sommer, habe Prihoda damit begonnen, „meine Beziehung zum Herrn zu vertiefen“. Er habe die Nähe zu den Sakramenten, insbesondere zur Eucharistie, und zu Gott gesucht. Dazu half auch die Beziehung zu den „TeamActs“ – einer Gruppe von Männern, die „die Liebe unseres Gottes weitergeben wollen, indem sie die Hände und Füße Jesu sind, um den von Naturkatastrophen Betroffenen Hoffnung zu bringen und beim Wiederaufbau zu helfen“.

Luke Prihoda wurde gebeten, Teammitglied zu werden und bei der Organisation der nächsten Exerzitien zu helfen: „Ich habe an allen 14 Treffen teilgenommen. Es war schön, Zeit mit den Jungs zu verbringen. Das Essen war großartig, wir hatten ein paar wirklich talentierte Köche, die gegrillt haben, und die Rippchen waren einfach köstlich. Manchmal nutzt der Herr ungewöhnliche Wege, um dich tiefer hineinzuziehen.“

Tägliche Messe

Dort traf Prihoda auch den Jungen wieder, der vorhergesagt hatte, dass er ins Priesterseminar gehen würde. Der Neupriester erzählt davon: „Ich sagte ihm sarkastisch: ,Siehst du, ich bin nicht im Priesterseminar.‘ In den nächsten drei Tagen zeigte mir der Herr jedoch seine Gnade, Barmherzigkeit und Vorsehung. In diesen Tagen erhielt ich Klarheit. Es ist wunderbar, eine Familie zu haben, aber ich erkannte, dass es genauso wunderbar ist, auf eine andere Weise dem Herrn zu dienen.“ Der Baseball-Trainer erkannte: „Vielleicht ruft er mich dazu, mehr als nur 35 Kindern in einem Baseballteam zu dienen.“

Bald darauf sprach er mit dem Teamkaplan John Chavarria. „Er gab mir das Buch ,To save a Thousand Souls‘ (Tausend Seelen retten, A.d.R.) von Brett Brannon und veranlasste mich zu mehr Anbetung und zur täglichen Messe. Ich begann zu beten.“ Die endgültige Entscheidung, Priester zu werden, traf er bei Besinnungstagen zur Berufungsklärung in Houston. „Es wurde mir wirklich klar, dass ich berufen war, im Weinberg des Herrn zu arbeiten.“

Luke Prihoda erinnert sich gerne an die Zeit im diözesanen Priesterseminar: „Die vergangenen vier Jahre im St. Mary's Seminar haben mir zahlreiche Möglichkeiten geboten, in meinem Glauben zu wachsen, auf seine Wahrheit zu hoffen und Gott und seine Schöpfung zu lieben.“ Während seines Pastoraljahres in Cuero habe er es sehr genossen, die Gemeinschaft zu betreuen, „während ich versuchte, den Glauben weiterzugeben, so wie es so viele für mich auf meinem Weg nach St. Mary's und während meiner priesterlichen Ausbildung getan haben“.

Über Gott sprechen

Einer der Menschen, die ihm zweifellos auf dem Weg zum Priestertum geholfen haben, ist auch Cheftrainer Jason Gonzales, der jede Baseballsaison mit einer Schriftlesung und einem Gebet eröffnet. Gonzales sagte einmal zu den Familienmitgliedern der Spieler: „Wir dürfen keine Angst davor haben, über Gott zu sprechen, jetzt mehr denn je. Ich möchte nicht, dass Ihre Jungs dieses Programm mit den Worten verlassen: ,Der Trainer hat nie über Gott gesprochen.‘“

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