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Das Leben dank Ostern neu denken

Von Karfreitag bis Ostern: Das Drei-Tage-Schema der Bibel und seine Bedeutung für die Auferstehung Jesu.
Christus Auferstanden
Foto: Imago/Zoonar | Darstellung des auferstandenen Christus: Am „dritten Tag“ wird die Auferstehung zum Zeichen neuen Lebens.

Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt“ (Apg 10, 40) – mit dieser Aussage bezieht sich der in der Apostelgeschichte predigende Petrus auf die Zeitstruktur von Passion und Auferstehung Jesu. Den Evangelien nach ist Jesus an einem Freitag gekreuzigt worden. Am darauffolgenden Tag, dem Sabbat, lag er im Grab.

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Am Sonntagmorgen dann, dem „ersten Tag der Woche“ (Joh 20, 1), haben die Frauen das Grab leer aufgefunden. Dieses Drei-Tage-Schema spiegelt sich entsprechend auch in den konkreten liturgischen Feiern wider, von Karfreitag bis zum Ostersonntag, worin Tod und Auferstehung Jesu immer wieder entsprechend nachempfunden werden.

Der Zeitraum der drei Tage beziehungsweise die Betonung des dritten Tages bezeichnet nun nicht nur einen womöglich historischen Ablauf des Geschehens. Vielmehr handelt es sich um ein Zeit-Motiv, das in vielen biblischen Texten vorgeprägt ist und dadurch ein Geflecht an Bezügen herstellen lässt, die zur gegenseitigen Interpretation und Vertiefung von Texten einladen.

Ein Beispiel mag das illustrieren: Dem dritten Tag kommt bereits im Sechstagewerk der Genesis (Gen 1) eine im Schöpfungswerk hervorragende Rolle zu. Nach der initialen Schöpfung schafft Gott zuerst das Licht und scheidet es von der Dunkelheit. Mit diesem ersten Wechsel von Hell/Tag und Dunkel/Nacht, das heißt dem ersten Tag, beginnt der Fortlauf der Zeit.

„Die Erde lasse junges Grün sprießen“ 

Am zweiten Tag scheidet Gott die Wasser der Urflut, wodurch eine Art Luftglocke entsteht. Am dritten Tag lässt Gott darin das trockene Land hervortreten, das unmittelbar mit einer reichhaltigen Flora versehen wird: „Die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet, Fruchtbäume, die nach ihrer Art Früchte tragen mit Samen darin auf der Erde“ (Gen 1, 11).

Die ersten drei Tage dienen in Genesis 1 also der Erschaffung der notwendigen Lebensgrundlagen. Die fundamentalen Kategorien von Raum und Zeit sowie die Pflanzenwelt sind Voraussetzung dafür, dass Leben möglich ist. Die Erschaffung der Lebewesen schließt sich erst an die Zäsur des dritten Tages an.

Legt man nun die Botschaft des dritten Tages von Genesis 1 und die Auferstehung Jesu am dritten Tag nebeneinander, kann das die Ostererfahrung erhellen. Wie mit dem dritten Tag die Schöpfung Leben ermöglicht, so markiert der dritte Tag, an dem Jesus aufersteht, dass auch hier etwas geschehen ist, was in einer neuen Art und Weise Leben ermöglicht.

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Ostern versetzt nämlich in die Lage, das eigene Leben neu zu denken und infolgedessen neu zu leben. Das vergängliche Dasein, allen Verlust und alles Loslassenmüssen dürfen wir seitdem wie der Apostel Paulus anders einorden: „Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.“


Apostelgeschichte 10, 34a.37–43
1 Kolosser 3, 1–4
Johannes 20,1–18
Zu den Lesungen des Ostersonntags 2026 (Lesejahr A)

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