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Mut zum Glauben

Auch öffentlich Ja zum Glauben zu sagen, ist ein wichtiges Zeugnis. Es hilft gegen Verzagtheit
Nightfever
Foto: Imago/Funke Foto Services | Beim Nightfever entzünden Besucher Kerzen und treten vor das Allerheiligste. Dabei bietet die Veranstaltung auch Gelegenheit, sich öffentlich zum Glauben zu bekennen.

Es ist ein kalter Samstagabend und das erste Nightfever im neuen Jahr, bei dem wir Passanten einladen, einen Moment innezuhalten und in der Kirche eine Kerze anzuzünden.

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Zwei meiner Freundinnen unterhalten sich gerade mit drei jungen Männern, als ich zu der Gruppe dazustoße. Die Männer zögern noch: Sie wollen nicht alleine reingehen. Also komme ich mit ihnen mit, um eine Kerze vor dem ausgesetzten Allerheiligsten zu entzünden.

„Ja, das glaube ich!“

Wieder auf der Straße fragt der Wortführer der Gruppe uns, warum wir so etwas tun und unser Wochenende auf diese Weise verbringen. Ich entscheide mich, meine Antwort kurz zu halten, und sage: „Wenn man glaubt, dass Jesus wirklich Gott ist, der Allmächtige, und man ihn liebt, dann steht er an erster Stelle. Gott ist unsere große Liebe! Deswegen verbringen wir sehr gerne unser Wochenende so.“ Daraufhin schaut er mich an: „Glaubst du wirklich, dass Jesus Gott ist?“ Meine Antwort ist: „Ja, das glaube ich!“

Als ich das erwidere, gehen mir drei Gedanken durch den Kopf – erstens: Hoffentlich findet dieser Mann mit seinen Freunden zu Gott und dieser Abend bewegt etwas in ihm oder kommt ihm später wieder in den Sinn, wenn er einem gläubigen Christen begegnet oder auf andere Weise an Gott erinnert wird. Wir wissen nie, was Gott aus unserem kleinen Stückwerk Großartiges zu bauen vermag (1 Kor 13, 9–10)!

Zweitens: Wann habe ich zuletzt bekannt, dass Jesus der reale und einzige Gott ist, der Sinn unseres Lebens und der Grund für unser Sein? In meinem Jahrgang ist vielen bekannt, dass ich gläubige Christin bin. Aber im Religionsunterricht sprechen wir nicht viel über den lebendigen Gott und seine Bedeutung für die Kirche, für das Christentum und für unser Leben. Es geht eher um Äußerlichkeiten, gesellschaftliche Themen und darum, wie man ein guter Mensch sein kann. Ich frage mich: Wann habe ich zuletzt deutlich auf den Wesentlichen hingewiesen, der bei so vielen Debatten vergessen wird – auf Gott?

Warum Sterben so viele Menschen für ihren Glauben?

Drittens: Am Vormittag, bei einer Gruppenstunde der katholischen Pfadfinder, fragte mich ein 10-jähriges Mädchen aus meiner Gruppe, warum ihre Namenspatronin – eine Märtyrerin – nicht einfach „Nein!“ gesagt hat, als man sie wegen ihres christlichen Glaubens hinrichten wollte. Gute Frage! Warum sterben so viele Menschen für ihren Glauben an Gott, opfern so viel und leiden grausamste Schmerzen, obwohl sie all das mit einem einfachen „Nein!“ umgehen könnten? Es kostet doch nicht viel, diese vier Buchstaben zu sagen, oder? Vielmehr würden sie dafür am Leben bleiben und Qualen entgehen.

Ich versuchte, die Frage des Mädchens zu beantworten: „Wenn man jemanden liebt, dann will man ihm treu sein und geht mit ihm durch dick und dünn. Man steht zu ihm, egal, was passiert. Wenn du zum Beispiel zu anderen sagen würdest, dass deine Mama nicht deine Mama ist, weil die anderen sie zum Beispiel peinlich oder komisch finden, dann würde ihr das sehr wehtun. Genauso ist es mit Gott. Wenn wir sagen, dass wir nicht an ihn glauben, dann schmerzt ihn das!“

Für einen selbst ist es eine schwere Last

Schlau wie diese Mädchen sind, erinnerten sie sich gleich an die Geschichte mit Petrus, der Jesus verleugnet hatte. Ich erklärte weiter: „Wenn man Gott verleugnet, dann hat man vielleicht weniger Probleme und bleibt am Leben. Aber ich denke, für einen selbst ist das eine große, schwere Last. Wie bei Petrus, der danach nicht glücklich und erleichtert war, sondern geweint hat. Wenn man sein „Ja!“ zu Gott spricht, auch wenn das den Tod bedeutet, dann ist alles, was danach kommt, nicht mehr so schlimm, weil Gott da ist und seine Kraft schenkt.“

Ich musste an den Heiligen Laurentius denken, der – so sagt man – noch voller Humor auf dem Rost über dem Feuer liegend gesagt hatte, dass man ihn drehen könne, weil er auf der einen Seite schon gar sei.

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Zwei Tage später, am Festtag des Heiligen Timotheus, lese ich in der Tageslesung die Aufforderung und Zusicherung: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Schäme dich also nicht des Zeugnisses für unseren Herrn […], sondern leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft.“ (2 Tim 1, 7–8)


Die Autorin ist 18 Jahre alt und Schülerin.

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