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Treue zu Gott bis an den Galgen

Als das kommunistische Regime die Kirche in der Tschechoslowakei bekämpfte, widersetzten sich Jan Bula und Václav Drbola. Eine Justizintrige kostete sie das Leben.
Jan Bula und Václav Drbola
Foto: Ökumenisches Heiligenlexikon | Der kaatholische Priester Jan Bula (Bild) und Václav Drbola werden in dieser Woche, am 6. Juni, im Auftrag von Papst Leo XIV. im tschechischen Brünn seliggesprochen.

Babice ist ein kleines Dorf im Süden von Tschechien. Als die Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg an die Macht kamen, stießen sie dort, ebenso wie im gesamten Kreis Mährisch Budweis, zu dem es gehörte, auf Widerstand: Die überwiegend katholische Bevölkerung war sehr religiös, die Kirchen immer voll und die Parteisitzungen leer. Die von der Regierung initiierte Gründung einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft scheiterte am Widerstand der Bauern gegen die Pläne der kommunistischen Machthaber.

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Am Abend des 2. Juli 1951 kam es in Babice zu einer Gewalttat: Vier bewaffnete Männer stürmen die Dorfschule, wo die vier Kommunisten tagten, die dem örtlichen Nationalausschuss angehörten, erschossen drei von ihnen und verletzten den vierten schwer. Der Hintergrund dieser Tat wurde nie ganz geklärt, aber die Folgen waren gravierend: Es kam zu Massenverhaftungen von Regimegegnern; in mehreren Schauprozessen wurden 96 Personen zu langen Haftstrafen und 11 Menschen zum Tode verurteilt, darunter die katholischen Priester Jan Bula und Václav Drbola. Sie werden in dieser Woche, am 6. Juni, im Auftrag von Papst Leo XIV. im tschechischen Brünn seliggesprochen.

Jan Bula wurde am 24. Juni 1920 in dem tschechischen Dorf Lukov geboren und trat mit 18 Jahren in das Diözesanseminar in Brünn ein. Während der Besatzungszeit durch die deutsche Wehrmacht musste er ein Jahr Zwangsarbeit in einer Keramikfabrik leisten. Nach dem Krieg, am 29. Juli 1945, wurde er zum Priester geweiht und war anschließend in der Pfarrgemeinde der kleinen Stadt Rokytnice nad Rokytnou tätig, wo er sich vor allem der Jugendarbeit widmete. Das Jugendapostolat war auch einer der Schwerpunkte des am 16. Oktober 1920 in Starovicky geborenen und am 5. Juli 1938 ebenfalls in Brünn geweihten Václav Drbola, der 1950 zum Pfarradministrator von Babice ernannt wurde.

Hirtenbrief von der Kanzlei verlesen

1948 war die Tschechoslowakei nach stalinistischem Muster organisiert worden, was eine Verfolgung der Kirche mit sich brachte: Katholische Schulen und Verlage wurden geschlossen, der Vatikan zum Staatsfeind erklärt. Der Erzbischof von Prag, Josef Beran – ein Überlebender des Konzentrationslagers Dachau –, verfasste in dieser Lage einen Hirtenbrief, der am 19. Juni 1949 in allen Kirchen des Landes verlesen werden sollte, um die Gläubigen vor drohenden Gefahren zu warnen. Während viele Priester dies aus Angst vor Repressalien nicht taten, verlasen Bula und Drbola den Hirtenbrief mutig von der Kanzel und mahnten die Gläubigen, Christus und der Kirche treu zu bleiben.

Im Frühjahr 1951 erhielten sowohl Bula als auch Drbola in ihren Pfarreien Besuch von einem Mann namens Ladislav Maly´, der ihnen erzählte, er stehe in Kontakt mit Erzbischof Beran, der inzwischen vom Regime unter Hausarrest gestellt worden war, und suche einen Beichtvater für diesen. Außerdem zog Maly´ sie ins Vertrauen und berichtete von Widerstandsgruppen gegen das Regime, die sich gebildet hätten. Sowohl Bula als auch Drbola waren skeptisch gegenüber dem seltsamen Besucher und schickten ihn wieder weg.

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Tatsächlich war der Besuch eine Falle gewesen, denn beide Priester wurden unter dem Vorwurf, über Widerstandsgruppen informiert zu sein, verhaftet: Bula am 30. April und Drbola am 17. Juni 1951. Aber es kam noch schlimmer: Ladislav Maly´ war einer der Attentäter, die kurz darauf, am 2. Juli, die vier Männer des Nationalausschusses in Babice überfielen. Bula und Drbola wurde daraufhin vorgeworfen, an der Planung des Attentats beteiligt gewesen zu sein – ihre Festnahme erwies sich als Intrige der Geheimpolizei. In den nun einsetzenden Schauprozessen gegen Regimegegner wurden beide zum Tode verurteilt und im Hof des Gefängnisses Jihlava erhängt: Václav Drbola am 3. August 1951 und Jan Bula am 20. Mai 1952.

Radio Vatikan berichtete bereits am 16. Juli 1951 über die damals beginnenden Schauprozesse in der Tschechoslowakei, in denen zahlreiche Katholiken verurteilt wurden, die „wahre Märtyrer“ seien. Für Jan Bula und Václav Drbola wird dies durch ihre Seligsprechung in dieser Woche offiziell bestätigt.

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Claudia Kock Erzbischöfe Jesus Christus Katholikinnen und Katholiken Katholische Schulen Leo XIV. Radio Vatikan

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