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Das selige Ehepaar Maria und Luigi Beltrame Quattrocchi - 25. November

Das Ehepaar Beltrame Quattrocchi hatte ein gewöhnliches Leben auf außergewöhnliche Weise gelebt. Außergewöhnlich ist auch ihr gemeinsamer Gedenktag am 25. November: Es ist der Tag ihrer Eheschließung.
Die selige  Maria Beltrame Quattrocchi

Am 21. November 2001 sprach Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom Maria und Luigi Beltrame Quattrocchi selig, als erstes Ehepaar, das gemeinsam zur Ehre der Altäre erhoben wurde. Das Datum war nicht zufällig gewählt: Es war der Vorabend des 20. Jahrestags der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens „Familiaris consortio“ über die Aufgaben der christlichen Familie in der Welt von heute, in dem der Papst die „priesterliche Aufgabe, welche die christliche Familie in tiefster Verbundenheit mit der ganzen Kirche durch den Alltag ehelichen und familiären Lebens verwirklichen kann und muss“, besonders hervorgehoben hatte.

Außergewöhnliche Eheschließung

Das Ehepaar Beltrame Quattrocchi hatte „ein gewöhnliches Leben auf außergewöhnliche Weise gelebt“, wie Johannes Paul II. in seiner Predigt zur Seligsprechung sagte. Außergewöhnlich ist auch ihr gemeinsamer Gedenktag am 25. November: Es ist der Tag ihrer Eheschließung.

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Luigi Beltrame Quattrocchi wurde am 12. Januar 1880 im sizilianischen Catania in der kinderreichen Familie Beltrame geboren und von einem kinderlosen Onkel und dessen Frau, die den Familiennamen Quattrocchi trugen, adoptiert. Er wuchs in Ancona und später in Rom auf, wo er Rechtswissenschaften studierte und die vier Jahre jüngere Maria Corsini kennenlernte, die Tochter eines befreundeten Florentiner Ehepaars, die die philosophische Fakultät besuchte. Sie heirateten am 25. November 1905 in der römischen Basilika „Santa Maria Maggiore“.

Nach seiner Promotion war Luigi als Jurist im Staatsdienst tätig, wo er bis zum Generalstaatsanwalt aufstieg, während Maria sich in erster Linie der Erziehung ihrer vier Kinder Filippo, Stefania, Cesare und Enrichetta widmete, die zwischen 1906 und 1914 geboren wurden. Daneben verfasste sie Bücher über Kindererziehung, in die ihre eigenen Erfahrungen sowie ihr starker Glaube einflossen. Mit diesem steckte sie auch ihren Ehemann an, der ebenso wie sie selbst ehrenamtliche Aufgaben in der Kirche übernahm, in der Katholischen Aktion und bei den Pfadfindern sowie in anderen Verbänden. Sie begleiteten außerdem kranke Pilger nach Lourdes und leisteten im Ersten Weltkrieg Hilfe in der Pflege Kranker und Verwundeter.

Das Leben einer katholischen Familie

Vor allem aber lebten sie ihren lebendigen katholischen Glauben in der Familie, gingen täglich in die Messe und beteten abends gemeinsam den Rosenkranz. Beide widmeten der Politik große Aufmerksamkeit und setzten sich für die Förderung christlicher Werte in der Gesellschaft ein. Während Luigi Freundschaften mit katholischen Politikern wie Don Luigi Sturzo oder Alcide de Gasperi pflegte, gab Maria Ehevorbereitungskurse für katholische Brautpaare – damals ein absolutes Novum.

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1922 kündigten Filippo, Stefania und Cesare, die drei ältesten Kinder, an, dass sie sich für ein geweihtes Leben entschieden hätten, was vor allem bei Maria, der die Heiligung ihrer Kinder sehr am Herzen lag, große Freude auslöste.

Am 5. November 1924 wurde die ganze Familie in einer Audienz von Papst Pius XI. empfangen, und am nächsten Tag begleiteten sie Filippo ins Priesterseminar von Capranica bei Rom und Cesare in das Benediktinerkloster „Sankt Paul vor den Mauern“. Er blieb bis 1964 bei den Benediktinern und wechselte dann in ein Trappistenkloster. Stefania trat in ein Kloster in Mailand ein. Nur die jüngste Tochter Enrichetta blieb zunächst bei den Eltern, schloss sich aber einige Jahre später einem Säkularinstitut an.

Ein Berufungsnest

In den folgenden Jahren waren Luigi und Maria weiterhin aktiv im kirchlichen Leben, im Hochschulapostolat ebenso wie in der Pflege Kranker und Verwundeter im Zweiten Weltkrieg sowie in Zusammenarbeit mit der Benediktinerabtei in Subiaco in der Hilfe für Verfolgte.

1951 kam die Familie noch einmal zu einem letzten gemeinsamen Treffen in Rom zusammen. Am 9. November desselben Jahres starb Luigi infolge eines Herzinfarkts; Maria folgte ihm 14 Jahre später, am 26. August 1965. Ihr gemeinsames Grab befindet sich in der Krypta des Heiligtums der „Muttergottes von der göttlichen Liebe“ am Stadtrand von Rom, unter deren besonderen Schutz Luigi und Maria ihre vier Kinder gestellt hatten.

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