23. Juli: Wochenheilige

Sel. Nicéforo de Jesús y María CP und Gefährten

Schon als er ein kleiner Junge war, faszinierten den seligen Pater die über Land ziehenden Volksmissionare.
Provinzoberen Pater Nicéforo de Jesús y María
| Am 1. Oktober 1989 sprach Papst Johannes Paul II. 26 Passionisten als Märtyrer selig, unter ihnen den Provinzoberen Pater Nicéforo de Jesús y María.

Am 1. Oktober 1989 sprach Papst Johannes Paul II. 26 Passionisten selig, die im Spanischen Bürgerkrieg das Martyrium erlitten hatten: den Provinzoberen Pater Nicéforo de Jesús y María sowie 25 junge Ordensstudenten und ihre Professoren im Ausbildungshaus der Passionisten im zentralspanischen Daimiel. Der Gedenktag der „Märtyrer von Daimiel“ ist der 23. Juli.

Pater Nicéforo, mit bürgerlichem Namen Vicente Díez Tejerina, wurde am 17. Februar 1893 in Herreruela de Castillería geboren. Drei Tage nach seiner Geburt starb sein Vater, so dass er allein von der Mutter erzogen wurde, die ihren fünf Kindern eine solide Grundlage im katholischen Glauben gab. Schon als kleiner Junge faszinierten ihn die über Land ziehenden Volksmissionare: Er imitierte sie, indem er auf einen Baum oder einen Stein stieg und von dort aus „predigte“. Er besuchte die Schule der Passionisten, wo er bereits mit 16 Jahren eingekleidet wurde, die Ordensgelübde ablegte und den Namen „Nicéforo de Jesús y María“ annahm.

Der Gottesmutter geweiht

Mit 17 Jahren wurde er nach Mexiko entsandt, wo er im Ordenshaus der Passionisten in Toluca lebte. Im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Guadalupe weihte er sich der Gottesmutter und wiederholte diese Weihe mehrmals. Im August 1914, während der Mexikanischen Revolution, wurde Nicéforo verhaftet und sollte hingerichtet werden, konnte aber auf Fürsprache des spanischen Konsuls das Land verlassen und kam nach Chicago.

Hier musste er erneut um sein Leben bangen, diesmal aufgrund einer schweren Hirnhautentzündung, von der er sich jedoch wieder erholte. Am 27. Juni 1916, mit 23 Jahren, empfing er in der Kathedrale von Chicago die Priesterweihe. 1918 wurde er in die Schule der Passionisten in Santa Clara auf Kuba versetzt, wo er unter anderem als Lehrer für Englisch und Musik tätig war.

Lesen Sie auch:

Die folgenden Jahre verbrachte Pater Nicéforo abwechselnd auf Kuba und in Mexiko, bis er 1932 zum Provinzoberen gewählt wurde und nach Spanien zurückkehrte.

Das persönliche Getsemani

P. Nicéforo kümmerte sich um neue Gründungen der Passionisten in Barcelona und Santander und reiste einige Male erneut nach Kuba und Mexiko. 1936 stattete er dem Marienheiligtum von Guadalupe seinen letzten Besuch ab, bevor er am 4. Juni 1936 endgültig nach Spanien aufbrach. Einen Monat später schrieb er nach Mexiko: „In Spanien leben wir relativ in Ruhe, aber wir sind sehr besorgt, weil sich etwas zusammenbraut. Ein Sturm zieht auf. Wann wird er losbrechen? Noch setzen wir dem drohenden Unwetter eine gute Miene entgegen.“

Am 12. Juli begab sich Pater Nicéforo für eine Visitation in das Ausbildungshaus der Passionisten in Daimiel, eine sehr junge und dynamische Passionisten-Gemeinschaft: Studenten im Alter zwischen 18 und 21 Jahren, die sich auf die Mission in Lateinamerika vorbereiteten, sowie ihre Ausbilder und Professoren.

In der Nacht des 21. Juli standen revolutionäre Milizen vor der Tür des Konvents. In aller Eile versammelte Pater Nicéforo die Gemeinschaft in der Kirche, wo er die Beichte abnahm und das Allerheiligste als Wegzehrung verteilte mit den Worten: „Geliebte Brüder und Söhne: Das ist unser Getsemani. Die schwache Natur hat Angst und ist feige. Aber Jesus Christus ist bei uns. Ich gebe euch das, was die Kraft der Schwachen ist.

Für Christus sterben

Jesus wurde von einem Engel getröstet. Wir werden von Jesus Christus selbst getröstet und gestärkt. In kurzer Zeit werden wir bei Christus sein. Männer vom Kalvarienberg, habt Mut, gehen wir hin, um für Christus zu sterben! Ich soll euch Mut machen, aber auch ich schöpfe Kraft aus eurem Vorbild!“

Dann drangen die bewaffneten Milizen in das Kloster ein und jagten die Passionisten unter Drohungen in die Nacht hinaus. In Gruppen aufgeteilt, wurden sie gezwungen, einen Zug nach Madrid zu besteigen. Fast alle wurden wenig später erschossen: Pater Nicéforo zusammen mit 15 jungen Studenten am 23. Juli am Bahnhof von Manzanares, drei weitere Mitglieder der Gemeinschaft am 25. Juli, zwei am 25. September und sechs am 23. Oktober. Nur eine kleine Gruppe von fünf Passionisten kam in Madrid an und überlebte; sie gaben später Zeugnis von den Ereignissen dieser tragischen Nacht.

 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Claudia Kock Engel Jesus Christus Johannes Paul II. Mutter Jesu Maria Priesterweihen Päpste Seligsprechung

Weitere Artikel

Zusammen mit 107 weiteren polnischen Märtyrern wurde Bronislaw Kostkowski von Papst Johannes Paul II. am 13. Juni 1999 in Warschau seliggesprochen.
26.11.2022, 19 Uhr
Claudia Kock
Francesco Maria von Camporosso wurde 1929 von Pius XI. selig- und 1962 von Johannes XXIII. heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 17. September.
17.09.2022, 07 Uhr
Claudia Kock

Kirche

Der Ton bei Kirchens wird rüder. Nun verschärft das Internetportal katholisch.de seine Netiquette und stellt Kriterien auf, über die man streiten kann.
03.12.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Die Gruppe, die zum kontinentalen europäischen Vorbereitungstreffen der Weltsynode nach Prag fahren soll, repräsentiert die deutschen Katholiken in keiner Weise.
02.12.2022, 11 Uhr
Dorothea Schmidt
Nach russischer Empörung wurden die Internetseiten des Heiligen Stuhls attackiert. Auffällige Parallelen zum Hacker-Angriff auf das Europäische Parlament.
01.12.2022, 12 Uhr
Meldung
Der heilige Bernardo ist der Schutzpatron von Parma und wird von den Vallombrosianern nach dem heiligen Benedikt von Nursia und dem heiligen Giovanni Gualberti als ihr dritter Gründervater ...
03.12.2022, 21 Uhr
Claudia Kock
Deutsche Stimmen zum römischen Einspruch: Wie soll es weitergehen nach den Referaten der Kardinäle Luis Ladaria und Marc Ouellet?
01.12.2022, 13 Uhr
Redaktion