Am 9. November 1919 stürzte sich eine kleine Gruppe junger Männer gut gelaunt in das Pariser Nachtleben. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs, den einige von ihnen an der Front miterlebt hatten, sollte für sie jetzt das Leben richtig beginnen. Sie dinierten im Maxim’s, besuchten ein Varieté und zogen durch die Bars der französischen Hauptstadt. Am Ende des feuchtfröhlichen Abends machte der 21-jährige Victor Dillard seinen Freunden eine überraschende Verkündigung: „Meine Lieben, das war das letzte Mal, dass ich euch das Restaurant bezahlt habe. Morgen trete ich ins Noviziat der Jesuiten in Baumont-sur-Oise ein.“ Gut zwei Jahrzehnte später, am 12. Januar 1945, starb er qualvoll im Konzentrationslager Dachau bei München.
Nicht im Warmen sitzen, wenn Andere leiden
Er ist einer der 50 Märtyrer, die Papst Leo kürzlich selig sprach: Der Jesuit Victor Dillard. Er starb im nationalsozialistischen Deutschland für französische Zwangsarbeiter.
