17. Dezember: Der Wochenheilige

Hl. Christophorus von Collesano

Christophorus folgte einer Vision des Erzengels Michael, verließ seine Familie verließ und schloss sich am Fuße des Berges Agira als Mönch einer Klostergemeinschaft an.
Heilige Christophorus von Collesano, Gedenktag 17.Dezember
| Der genaue Todestag von Christophorus von Collesano ist nicht bekannt.

Auf Sizilien unweit der Hauptstadt Palermo erstreckt sich die Gebirgskette der Madonie, die mit einem der artenreichsten Wälder des Mittelmeerraums bedeckt ist. Hier entstand im Mittelalter eine kleine Ansiedlung, aus der der heilige Christophorus von Collesano stammt, wie der Ort in späteren Jahrhunderten genannt wurde.

Seine Frau folgte seinem klösterlichen Lebensweg ebenso wie seine beiden Söhne Sabas und Makarius, die genauso wie er später heiliggesprochen wurden – man kann also in diesem Fall vollkommen zurecht von einer „heiligen Familie“ sprechen.

Zwei griechische Texte als Quelle

Die Quellen zu ihrem Leben sind zwei griechische Texte, die um das Jahr 1000 von Orestes, dem Patriarchen von Jerusalem, verfasst wurden. Christophorus wurde demnach wohl gegen Ende des 9. Jahrhunderts in Collesano geboren: Er heiratete eine Frau namens Kale; aus der Ehe gingen die Söhne Sabas und Makarius hervor. Über ihren sozialen Stand und ihre wirtschaftliche Situation ist nichts bekannt. Den hagiografischen Quellen zufolge hatte Christophorus an einem bestimmten Punkt eine Vision des Erzengels Michael, woraufhin er seine Familie verließ und ins Inselinnere ging, um sich am Fuße des Berges Agira als Mönch einer Klostergemeinschaft anzuschließen.

Nach dem Noviziat bekam er vom Abt des Klosters die Erlaubnis, sich in einer vom Kloster abhängige Einsiedelei niederzulassen, die dem Erzengel Michael geweiht war.

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Früh im Rufe der Heiligkeit

Er gelangte schnell in den Ruf der Heiligkeit, woraufhin ihm seine Frau, seine Söhne sowie weitere Personen seines Heimatortes in das Kloster folgten, um ein gottgeweihtes Leben zu führen. Sizilien war zu dieser Zeit ein Emirat und ein bedeutendes islamisches Zentrum der Mittelmeerwelt. Immer wieder kam es jedoch zu Rebellionen der Byzantiner und zu blutigen Auseinandersetzungen, die wirtschaftliche Schäden und Hungersnöte nach sich zogen.

Während einer dieser Hungersnöte, um 939/40, verließ Christophorus zusammen mit Kale, Sabas und Makarius sowie einigen weiteren Mönchen die Insel. Sie gingen nach Kalabrien, wo sie im Tal des Flusses Lao ein neues Kloster gründeten, das ebenfalls dem Erzengel Michael geweiht wurde und in welchem – wie in anderen Klostergründungen der Familie –, das Glaubensleben im griechischen Ritus vollzogen wurde. Schnell schlossen sich zahlreiche Bewohner des Gebietes der Mönchsgemeinschaft an, so dass neue Ländereien urbar gemacht werden mussten, um die Versorgung der Gemeinschaft sicherzustellen.

PIlgerfahrt nach Rom

Von Kalabrien aus machte Christophorus eine Pilgerfahrt nach Rom, um die Gräber der Apostel Petrus und Paulus zu besuchen; für die Zeit seiner Abwesenheit ernannte er seinen Sohn Sabas zum Klostervorsteher. Im Jahr 952, kurz nach Christophorus‘ Rückkehr aus Rom, sah sich die Gemeinschaft aufgrund von Angriffen der Araber auf die kalabrischen Küsten gezwungen, das Kloster aufzugeben und weiter nach Norden zu ziehen.

So entstand eine Neugründung in der heutigen Basilikata am Fluss Sinni – Christophorus überließ jedoch nach einigen Jahren die Leitung der Gemeinschaft seinem Sohn Sabas, während er selbst sich in eine nahegelegene Zelle als Einsiedler zurückzog. Sein genaues Todesjahr ist unbekannt, aber da seine hagiografische Lebensbeschreibung aus der Zeit um die Jahrtausendwende stammt, muss er damals, zumindest in seiner Klostergemeinschaft, bereits als Heiliger verehrt worden sein.

Nach dem Tod seines Vaters Christophorus mussten Sabas und seine Gemeinschaft erneut vor den Arabern in Richtung Norden fliehen und ließen sich dieses Mal gemeinsam in der Gegend um Salerno nieder.

Heilige Söhne

Sabas gründete in der Folgezeit zahlreiche Klöster in Kalabrien, der Basilikata und Kampanien und war auch politisch aktiv, indem er sich am Hof Kaiser Ottos II. und seiner Gemahlin Theophanu für die Belange der Byzantiner einsetzte. Er starb im Kloster San Cesareo, das in den Gebäuden des ehemaligen Kaiserpalastes auf dem Palatin in Rom eingerichtet war. Nach Sabas Tod um das Jahr 990 übernahm schließlich dessen Bruder Makarius die Leitung der Klöster. Ebenso wie sein Vater und sein Bruder starb auch er im Ruf der Heiligkeit.

Da Makarius an einem 16. Dezember starb, wurde der Gedenktag seines Vaters Christophorus, dessen genauer Todestag nicht bekannt ist, später auf den Folgetag, den 17. Dezember, gelegt. Der Gedenktag des heiligen Sabas dagegen ist der 5. Februar, während über das weitere Leben und den Tod von Christophorus' Ehefrau Kale nichts überliefert ist.

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