Der Wochenheilige

Hl. Bernardo degli Uberti

Der heilige Bernardo ist der Schutzpatron von Parma und wird von den Vallombrosianern nach dem heiligen Benedikt von Nursia und dem heiligen Giovanni Gualberti als ihr dritter Gründervater betrachtet.
Heilige Bernardo degli Uberti
| Bernardo wurde um das Jahr 1060 in der adligen Florentiner Familie der Uberti geboren.

Die Weißtanne, die in der Advents- und Weihnachtszeit an vielen Orten Häuser und Straßen schmückt, hat ihren Ursprung in der Toskana, wo sie in ihrer heutigen Form im 16. Jahrhundert von den Benediktinern der Kongregation von Vallombrosa gezüchtet wurde. Sie waren vom 11. bis ins 19. Jahrhundert hinein die Hüter des Waldes von Vallombrosa, der seit 1977 Biogenetisches Naturschutzgebiet ist. Die Bewahrung der Schöpfung war stets ein wichtiger Punkt der Spiritualität der Vallombrosianer, zu deren Gründervätern der heilige Bernardo degli Uberti gehört. Sein Gedenktag ist der 4. Dezember.

Das Kloster im schattigen Tal

Bernardo wurde um das Jahr 1060 in der adligen Florentiner Familie der Uberti geboren und übernahm von seinem Vater ein reiches Erbe an Ländereien.

Sein Interesse galt jedoch der kleinen Gemeinschaft der Vallombrosianer, die sich damals in ihrer Gründungsphase befand. Sie war entstanden, als Giovanni Gualberto, ein Mönch der Benediktinerabtei San Miniato, sich mit seinem Abt überworfen, das Kloster verlassen und sich den Eremiten angeschlossen hatte, die in den Wäldern bei Florenz hausten. Zusammen hatten sie um 1040 in einer Lichtung ein kleines Kloster errichtet, dem sie den Namen „Vallombrosa“ – schattiges Tal – gaben, wo sie nach der Regel des heiligen Benedikt lebten. Nachdem sich weitere Männer ihnen angeschlossen hatten, gründeten sie ein zweites Kloster in Florenz mit dem Namen „San Salvi“. In dieses Florentiner-Kloster trat Bernardo ein. Er muss damals Anfang zwanzig gewesen sein, denn im Jahr 1085 sind zahlreiche Schenkungen dokumentiert, mit denen er seinen Besitz an Verwandte, Freunde und an die Klostergemeinschaft veräußerte.

Noch in jungen Jahren wurde Bernardo Abt von „San Salvi“ und schließlich Generalabt der Kongregation der Vallombrosianer. Papst Urban II. erhob ihn in den 90er Jahren des 11. Jahrhunderts zum Kardinal und festigte damit die zentrale Autorität des Generalabts innerhalb der Kongregation, die vom Generalkapitel von 1100 bestätigt wurde.

Als Kardinal kümmerte sich Bernardo um die Durchsetzung einer Kirchenreform in Norditalien und bereiste viele bedeutende Städte der damaligen Zeit, wie Mailand, Monza, Pavia, Brescia, Modena und Mantua.

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Bischof von Parma

Weite Teile der Toskana und der Lombardei standen damals unter der Herrschaft der Markgräfin Mathilde von Canossa, die das Reformpapsttum jener Jahre unterstützte. An ihren Hof wurde Bernardo als päpstlicher Legat gesandt; ihm war es zu verdanken, dass Mathilde im Jahr 1102 ihre Besitztümer dem Heiligen Stuhl überschrieb.

In Parma schlug Bernardo zunächst Widerstand entgegen. Als er am 15. August 1104 in der Kathedrale predigte, wurde er gefangengenommen und erst wieder freigelassen, nachdem sich Mathilde von Canossa für ihn eingesetzt hatte. Zwei Jahre später kehrte er nach Parma zurück und wurde diesmal freundlich aufgenommen.

Im November 1106 weihte Papst Paschalis II. die neue Kathedrale der Stadt und gleichzeitig Bernardo zu ihrem Bischof. Parma wurde so zum Zentrum der Kirchenreform in Norditalien. Auch als Bischof blieb Bernardo seiner Berufung als Mönch treu, trug weiterhin den Habit der Benediktiner und berief einige Vallombrosianer an seinen Bischofssitz, um dort mit ihnen als Klostergemeinschaft zu leben.

Vermittelnde Rolle im Investiturstreit

Im Februar 1130 wurde Papst Innozenz II. auf den Stuhl Petri gewählt, und es kam zu einem Schisma, da ein Teil der Kardinäle Anaklet II. zum Gegenpapst ausrief. In der achtjährigen Auseinandersetzung zwischen Innozenz und Anaklet stützte Bernardo zusammen mit den Vallombrosianern den rechtmäßigen Papst, der schließlich die Oberhand behielt. Auch im Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst nahm Bernardo eine wichtige vermittelnde Rolle ein.

Bernardo degli Uberti starb am 4. Dezember 1133 im Ruf der Heiligkeit. Sein Grab in Parma wurde zur Pilgerstätte, und sein Nachfolger im Bischofsamt erhob ihn bereits sechs Jahre nach seinem Tod in den Stand der Heiligkeit.

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Claudia Kock Anaklet II. Benedikt von Nursia Bischofssitze Gegenpäpste Heilige Mönche Paschalis II. Urban II.

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