7. September: Die Wochenheiligen

Die seligen Thomas Tsuji, Ludwig Maki und Johannes Maki

Die drei Seligen starben als Märtyrer auf dem Scheiterhaufen.
Selige Thonas Tsuji, Märtyrer von Nagasaki
| Die Märtyrer von Nagasaki wurden am 7. Mai 1867 von Papst Pius IX. seliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 7. September.

Als Thomas Tsuji im Jahr 1570 in Sonogi unweit von Nagasaki geboren wurde, befand sich die christliche Mission in Japan noch in ihren Anfängen. Erst zwei Jahrzehnte zuvor hatte der Jesuit Franz Xaver Japan erreicht und die erste Mission aufgebaut. Bei den Jesuiten in Arima erhielt Thomas Tsuji seine Schulausbildung. 1589, mit 19 Jahren, trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Nach seiner Priesterweihe machte er sich in den katholischen Gemeinden Südjapans vor allem als Prediger einen Namen, war jedoch übereifrig, wenn es darum ging, Mitchristen für ihren Lebenswandel zu verurteilen, und wurde daher nach Hakata versetzt.

Christenverfolgung in Japan

In der Zwischenzeit hatte in Japan, wo die Machthaber den kolonialen Einfluss Europas durch die Missionare fürchteten, eine Christenverfolgung eingesetzt. 1614 wurden alle katholischen Priester des Landes verwiesen. Pater Thomas Tsuji ging zunächst zusammen mit seinen Mitbrüdern ins Exil nach Macau, kehrte aber vier Jahre später als Händler verkleidet nach Japan zurück und nahm im Untergrund wieder seinen priesterlichen Dienst auf. Anders als die europäischen Ordensmänner fiel er aufgrund seiner japanischen Herkunft nicht auf. Er konnte sich Tag und Nacht frei auf den Straßen bewegen und unbehelligt die Häuser der Christen aufsuchen, meist als einfacher Holzhändler verkleidet.

Austritt und Reue

Die Verfolgung verschärfte sich zunehmend. Christen wurden gefoltert, um sie zum Glaubensabfall zu bewegen, Kirchen wurden zerstört, Tausende von Gläubigen hingerichtet. Angesichts der steigenden Zahl von Märtyrern begann Pater Thomas Tsuji, den Mut zu verlieren und daran zu zweifeln, ob er wirklich in der Lage sei, die jesuitischen Ideale zu leben und heroischen Glaubensmut zu zeigen. Er bat um seine Entlassung aus der Gesellschaft Jesu und wurde Ende 1619 von seinen Ordensgelübden entbunden. Kurz darauf bereute er seine Kleinmütigkeit und bat um Wiederaufnahme in den Orden. Die Ordensoberen räumten ihm eine Probezeit von sechs Jahren ein, in denen er zeigen sollte, dass seine Reue aufrichtig war. Dies bewies er, indem er sich in den folgenden Jahren unter Gefahr für das eigene Leben eifrig für die verfolgten japanischen Christen einsetzte. 1626 wurde er wieder in die Gesellschaft Jesu aufgenommen und nach Nagasaki versetzt, wo er bei einem Katholiken namens Ludwig Maki und dessen Sohn Johannes Unterschlupf fand. Am Morgen des 21. Juli 1626 feierte er im Haus die heilige Messe, als Soldaten alle drei verhafteten. Pater Thomas Tsuji wurde einem Richter vorgeführt.

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Wahrheit mit dem Blut bezeugen

Als dieser ihn fragte, wer er sei und was er tue, antwortete er: „Viele Jahre lang haben die Menschen in Nagasaki Thomas Tsuji gesehen, einen Ordensmann der Gesellschaft Jesu und haben gehört, wie er die christliche Botschaft verkündigt hat. Ich bin es, und ich bin bereit, die Wahrheiten, die ich treu gelehrt habe, mit meinem Leben aufrechtzuerhalten und mit meinem Blut zu bezeugen.“

Er wurde schuldig gesprochen und im Gefängnis von Omura inhaftiert, zusammen mit Ludwig und Johannes Maki. Während seiner einjährigen Haftzeit besuchten P. Thomas Tsuji Familienangehöriget, die ihn inständig baten, dem Christentum abzuschwören, damit man ihn am Leben ließe. Er antwortete: „Ihr bittet mich, etwas zu tun, das falsch ist. Auch wenn ihr mir tausend Japans oder die ganze Welt anbieten würdet, so könnte ich es dennoch nicht tun.“

Hügel der Märtyrer

Am 7. September 1627 wurde P. Thomas Tsuji zusammen mit Ludwig und Johannes Maki nach Nagasaki auf den Hügel der Märtyrer transportiert, wo fünf Jahre zuvor Paul Miki und seine Gefährten – die später als die „Märtyrer von Nagasaki“ heiliggesprochen wurden – gekreuzigt worden waren.

Die drei wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wobei P. Thomas Tsuji seine Leidensgefährten tröstete, indem er sie an das Leiden Christi erinnerte. Bevor die Flammen seinen Körper verschlangen, rezitierte er Psalm 117: „Lobt den Herrn, alle Völker!“

Pater Thomas Tsuji, Ludwig Maki und Johannes Maki wurden am 7. Mai 1867 von Papst Pius IX. seliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 7. September.

 

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