27. April: Die Wochenheilige

Die selige María Antonia Bandrés Elósegui

María Antonia bot mit 21 Jahren ihr Leben als Opfer für das Heil ihres Taufpaten an, der einen unchristlichen Lebenswandel führte. Er bekehrte sich.
Selige María Antonia Bandrés Elósegui

Der christliche Tod kann ein starkes Glaubenszeugnis sein. In den Lebensbeschreibungen der Märtyrer und anderer Heiliger von der Antike bis in unsere Zeit gibt es immer wieder Berichte darüber, wie beeindruckt andere Menschen über die innere Ruhe waren, mit der die Heiligen ihrem Tod entgegensahen. Der Ausblick und die Hoffnung auf die Ewigkeit nehmen dem Tod zwar nicht den Schrecken und die Dramatik, aber sie verleihen dem Sterbenden eine besondere Würde und lassen ihn einen inneren Frieden ausstrahlen, der für andere Menschen sichtbar und spürbar ist. So war es auch bei der seligen Ordensfrau María Antonia Bandrés Elósegui, die mit nur 21 Jahren starb. Ihr Gedenktag ist der 27. April.

14 Geschwister

María Antonia Bandrés Elósegui wurde am 6. März 1898 in dem Städtchen Tolosa im nordspanischen Baskenland am Golf von Biskaya geboren. Sie war das zweite Kind von Ramón Bandrés, eines Rechtsanwalts, und Teresa Elósegui. Nach ihr kamen noch weitere 13 Geschwister auf die Welt. Antonita, wie sie in der Familie genannt wurde, war ein sehr sensibles Mädchen, das anfällig war für Krankheiten. Sie wurde in den ersten Jahren zuhause unterrichtet und besuchte dann die Schule der „Hijas de Jesús“ (Töchter Jesu), einer kurz zuvor gegründeten Kongregation, die die ignatianische Spiritualität lebte. Als sie 13 Jahre alt war, sagte die Ordensgründerin, Mutter Cándida María de Jesús, zu ihrer Schülerin: „Du wirst eine Tochter Jesu sein.“ Antonita stammte aus einer wohlhabenden Familie, und die Armen und Notleidenden lagen ihr am Herzen. Sie ging schon als Jugendliche in das Randgebiet von Tolosa, wo sie Sozialarbeit leistete und sich um die Evangelisierung gewerkschaftlich organisierter Arbeiterinnen kümmerte, was damals für die Kirche noch Neuland war.

Novizin in Salamanca

Als sie mit 15 Jahren im nicht weit von Tolosa entfernten Loyola geistliche Exerzitien machte, erinnerte sie sich an die „Prophezeiung“ von Mutter Cándida und beschloss, ihr Leben ganz Jesus zu weihen. Am 8. Dezember 1915, mit 17 Jahren, trat sie in Salamanca in das Noviziat der „Hijas de Jesús“ ein und legte am 31. Mai 1918 die Ordensgelübde ab. Kurz darauf begann ihr Leidensweg. Ihr Gesundheitszustand, der nie besonders stabil gewesen war, verschlechterte sich rapide. Als erkannt wurde, dass ihre Situation hoffnungslos war, bot María Antonia ihr Leben als Opfer für das Heil ihres Taufpaten an, der einen unchristlichen Lebenswandel führte. Tatsächlich bekehrte er sich später.

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Er war jedoch nicht der einzige, denn auch auf den Arzt, der die junge Ordensfrau behandelte, machte diese einen tiefen Eindruck. Sein Name war Filiberto Villalobos. Er war „tief bewegt von der inneren Ruhe ihres Geistes und von jenem Glauben, die sie in den letzten Stunden ihres Lebens so glücklich sein ließen“. Villalobos, der Agnostiker war, sagte voller Bewunderung zu zwei ebenfalls agnostischen Freunden, die wie er in intellektuellen Kreisen verkehrten: „Wie falsch ist unser Leben! Sie versteht es zu sterben.“ Auch die Freunde waren tief beeindruckt über Schwester María Antonia, die „weiß, wohin sie geht“.

Menschen bewegt

Villalobos versorgte nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 vor allem die einfache Bevölkerung. Er kam in den Ruf eines Wundertäters, der nicht nur den Körper heilte, sondern die Menschen auch in Lebenskrisen beriet, Frieden stiftete und Familien versöhnte. Seine besondere Aufmerksamkeit galt kranken Kindern aus armen Verhältnissen, für die er eine Stiftung ins Leben rief. Schwester María Antonia, die so großen Eindruck auf ihn gemacht hatte, starb am 27. April 1919 in Salamanca. Zusammen mit Mutter Cándida, der Gründerin der „Hijas de Jesus“, wurde sie am 12. Mai 1996 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

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