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Die Frau, die Koreas Kirche mitbegründete

Die selige Columba Kang Wan-suk gehörte zu den ersten Katechetinnen Koreas, brachte den katholischen Glauben bis in königliche Kreise – und starb 1801 als Märtyrerin.
Die selige Columba Kang Wan-suk
Foto: Ökumenisches Heiligenlexikon | Dank der seligen Columba erreichte erstmals ein katholischer Priester Seoul und Umgebung, um dort missionarisch tätig zu sein.

An der Spitze des „Weltverfolgungsindex“, der jährlich von dem überkonfessionellen Hilfswerk „Open Doors“ herausgegeben wird, um auf Christenverfolgungen weltweit aufmerksam zu machen, steht schon lange das Land Nordkorea. Über die Katholiken in der extrem abgeschotteten Diktatur mit staatlich verordnetem Herrscherkult ist so gut wie nichts bekannt. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 unter sowjetischer Ägide sind zahlreiche Christen ermordet oder in Straflager eingeliefert worden, wo sich ihre Spur verliert. Für viele dieser Märtyrer – darunter deutsche Missionsbenediktiner aus dem Kloster Tok-Won, die bereits in das „Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen worden sind – läuft seit 2007 ein Seligsprechungsverfahren.

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In Südkorea wurden bereits zwei große Gruppen von Märtyrern kanonisiert: 1984 sprach Johannes Paul II. eine Gruppe von 102 koreanischen Märtyrern heilig; 2014 folgte die Seligsprechung von 124 weiteren Personen durch Papst Franziskus in Seoul. Zu dieser letzten Gruppe, deren gemeinsamer Gedenktag der 29. Mai ist, gehört die selige Columba Kang Wan-suk, eine der ersten Katechetinnen im damals noch vereinten Königreich Korea.

Uneheliches Kind und Stiefmutter

Kang Wan-suk wurde 1761 in der Region Naepo geboren, die zur koreanischen Provinz Chungcheon-do gehörte. Sie war als uneheliches Kind in einer adligen Familie geboren und hatte einen Mann geheiratet, der bereits einen kleinen Sohn hatte, dessen Stiefmutter sie wurde. Aus Naepo war um dieselbe Zeit Lee Jonchang, der mit Kang Wan-suk etwa gleichaltrig war, nach Seoul aufgebrochen, wo er den Katholizismus kennenlernte, sich 1785 taufen ließ und anschließend in seiner Heimat missionarisch tätig wurde. Aus den von ihm getauften Familien gingen die beiden ersten einheimischen koreanischen Priester, Andreas Kim Dae-geon und Thomas Choi Yang-eop, hervor. In diesem Umfeld, noch ohne eine organisierte Gemeinde, nahm auch Kang Wan-suk durch den Einfluss von Büchern, die von Jesuiten verfasst waren, den katholischen Glauben an, zu dem sie auch ihre Schwiegermutter und ihren Stiefsohn bekehrte.

Ihr Ehemann wollte allerdings vom Christentum nichts wissen. Als er sich eine Konkubine als Zweitfrau nahm, brach Kang Wan-suk mit den gesellschaftlichen Konventionen ihres Umfelds: Statt die andere Frau still im eigenen Haus zu dulden, wie das vorherrschende konfuzianische Wertesystem es von ihr verlangt hätte, verließ sie ihren Mann und ging nach Seoul, um sich dort der christlichen Gemeinde anzuschließen. Hier setzte sie sich dafür ein, einen katholischen Priester aus China nach Korea zu holen. Der Chinese Jakobus Zhou Wen-mo war der erste Priester, der in Seoul und Umgebung missionarisch tätig wurde.

Auch ihr Stiefsohn wurde Märtyrer

Auch Kang Wan-suk ließ sich von ihm taufen und nahm den Namen „Columba“ an. In enger Zusammenarbeit mit Jakobus Zhou Wen-mo erteilte sie in ihrem Haus Katechismusunterricht und trug so zur Verbreitung des Christentums in allen Bevölkerungsschichten bei; auch zwei Angehörige des Königshauses Joseon ließen sich taufen. Columbas Katechese war, wie ein Zeitzeuge sagte, „als schlage sie einen Gong – dann kommt der Nachklang“.
1801 kam es zu einer Christenverfolgung in Korea. Am 6. April wurde Columba zusammen mit weiteren Gläubigen, die in ihrem Haus Zuflucht gefunden hatten, verhaftet. Besonders Jakobus Zhou Wen-mo stand im Visier der Verfolger. Da sie überzeugt waren, dass Columba wusste, wo er sich versteckt hielt, wurde sie gefoltert, um diese Information von ihr zu erpressen. Als sie eisern schwieg, gab man den Versuch auf. Am 2. Juli 1801 wurde Columba – mit gerade 40 Jahren – zum Tode verurteilt und vor dem Westtor von Seoul enthauptet. Auch Columbas Stiefsohn Philip Hong starb im selben Jahr als Märtyrer.

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Heute hat die Kirche in Südkorea etwa fünf Millionen Mitglieder; der Erzbischof von Seoul ist gleichzeitig Apostolischer Administrator für das nordkoreanische Bistum Pjöngjang, dessen Sitz vakant ist, seitdem Bischof Francis Hong Yong-ho 1949 inhaftiert wurde und dann für immer verschollen blieb. Auch für ihn läuft seit 2013 ein Seligsprechungsverfahren.

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Claudia Kock Erzbischöfe Johannes Paul II. Katholikinnen und Katholiken Open Doors Papst Franziskus

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