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Aus Trümmern erichtete er eine blühende Gemeinde

Er wurde 2001 in Brasilien ermordet: Der selige Nazareno Lanciotti, ein Priester aus Italien, der vielen Menschen aus Kriminalität und Prostitution herausgeholfen hatte.
Nazareno Lanciotti
Foto: IN | Die katholische Pfarrgemeinde in Jauru, die dort dank des bald seligen Nazareno Lanciotti entstand, ist bis heute sehr aktiv und gilt als Symbol katholischer Spiritualität in Brasilien.

In diesem Monat, in dem die Kirche durch das Hochfest Fronleichnam die Einsetzung der Eucharistie gefeiert hat, wird im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso der Priester Nazareno Lanciotti seliggesprochen. Die Eucharistie war ein zentraler Punkt seiner Missionsarbeit, der er sich bis zu seinem Tod am 22. Februar 2001 widmete. Papst Franziskus erkannte in der Karwoche 2025 seinen Tod als Martyrium an; es war das letzte Seligsprechungsdekret seines Pontifikats. Die Seligsprechung wird am 13. Juni im Auftrag von Papst Leo XIV. in Jauru gefeiert, einem abgelegenen Ort im äußersten Nordwesten Brasiliens an der Grenze zu Bolivien, wo durch den unermüdlichen Einsatz des italienischen Priesters eine blühende katholische Gemeinde entstanden ist.

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Nazareno Lanciotti wurde am 3. März 1940 in Rom geboren. Seine Familie stammt aus Subiaco, wo er das Priesterseminar besuchte. Am 29. Juni 1966 empfing er die Priesterweihe und sammelte anschließend erste pastorale Erfahrungen in verschiedenen römischen Pfarreien. Zur selben Zeit brach eine Gruppe junger Menschen auf Initiative des Salesianers Ugo De Censi nach Brasilien auf, um im Bundesstaat Mato Grosso eine Schule und eine Krankenstation einzurichten. Daraus entwickelte sich das Hilfswerk „Operazione Mato Grosso“, das bis heute ehrenamtliche Helfer in arme Regionen Lateinamerikas aussendet. Begeistert von dieser Idee, schloss Nazareno sich mit Genehmigung seines Bischofs der Initiative an und brach 1972 zusammen mit weiteren Italienern nach Mato Grosso auf. Der Bischof der Diözese São Luíz de Cáceres vertraute ihm die Mission in der Gemeinde Jauru an.

Auf dem Rücken eines Maultiers kam der junge Priester in Jauru an. Was er dort vorfand, war desolat: Die Missionskirche „Madonna del Pilar“ war zusammengestürzt und nur noch ein Steinhaufen, die Gemeinde lebte versprengt in kleinen Gruppen im Regenwald. Die Bevölkerung war nicht nur bitterarm, sondern hatte keine Bildungschancen; Drogenhandel und Prostitution waren allgegenwärtig. Nazareno Lanciotti ließ sich jedoch nicht entmutigen und machte sich ans Werk, um die Lage der Menschen zu verbessern. Mit Hilfe seines Vaters, eines Bauunternehmers, ließ er die Kirche wieder aufbauen, die zum Zentrum seiner Missionstätigkeit wurde. Ebenso ließ er eine Schule und ein Altenheim errichten, und mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher der „Operazione Mato Grosso“ entstand im Laufe der Jahre um die Kirche in Jauru herum eine Gartenstadt, in der sich viele Menschen ansiedelten. Kleine Geschäfte entstanden, und die Menschen lernten, dass die Flucht in Kriminalität und Prostitution nicht der einzige Ausweg aus der Armut war.

Der Priester störte

Die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Jauru, die aufgrund der pastoralen Tätigkeit von Nazareno Lanciotti in den folgenden Jahrzehnten eintrat, war jedoch denen ein Dorn im Auge, die lange von der Armut der Menschen profitiert und diese ausgenutzt hatten. Am Abend des 11. Februar 2001 kam es zu einem Racheakt: Kurz nach 21 Uhr drangen maskierte Männer in das Pfarrhaus ein, wo der Priester mit einigen Mitarbeitern und Gästen zu Tisch saß. Zunächst sah es nach einem Raubüberfall aus. Mit einer Pistole bedroht, wurden die Anwesenden zur Herausgabe aller Wertgegenstände aufgefordert.

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Geld und Schmuck wurden eilig auf den Tisch gelegt, als der Anführer plötzlich rief: „Wir sind gekommen, um dich zu töten, weil du uns zu viel störst.“ Er richtete die Pistole auf den mittlerweile 61-jährigen Nazareno Lanciotti, drückte ab und floh zusammen mit seinen Komplizen; Geld und Schmuck ließen sie zurück. Schwer verletzt wurde der Priester zunächst in das Krankenhaus von Cuiabá und anschließend in eine Klinik in São Paulo gebracht. Er starb nach zehntägigem Todeskampf am 22. Februar 2001, nachdem er seinen Mördern vergeben hatte.

Die katholische Pfarrgemeinde in Jauru ist bis heute sehr aktiv und gilt als Symbol katholischer Spiritualität in Brasilien. Zahlreiche engagierte Laien wirken dort gegenwärtig als Katecheten, und Nazareno Lanciotti ist durch sein Zeugnis ein großes Vorbild für die Hoffnung, die aus dem Glauben kommt.

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Claudia Kock Bischöfe Fronleichnam Katholische Kirchengemeinden Leo XIV. Papst Franziskus Priesterseminare

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