Heilige

Der selige Bernardo Francisco de Hoyos y de Sena SJ - 29. November

Bernardo setzte sich vor allem für die Herz-Jesu-Verehrung ein, um die spanischen Bischöfe und König Philipp V. zu bewegen, das Fest des Heiligsten Herzens Jesu im ganzen Land sowie in den Kolonien einzuführen. Er selbst verfasste das Buch: "Der verborgene Schatz".
29. November: Der Wochenheilige Der selige Bernardo Francisco de Hoyos y de Sena SJ
| Großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu

„Es liegt im Heiligsten Herzen ein Sinnbild, ja ein ausdrückliches Bild der unendlichen Liebe Jesu Christi, das durch sich selbst uns zur Gegenliebe bewegt“: Diese Worte schrieb Papst Leo XIII. in der Enzyklika „Annum sacrum“, in der er die Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesu im Jahr 1900 ankündigte. 1956 wurden sie wieder aufgegriffen von Pius XII., der der Herz-Jesu-Verehrung die Enzyklika „Haurietis aquas“ widmete. Er ging darin auf ihre Geschichte ein, ihre Wurzel in der Schrift, ihre Weiterentwicklung in der mittelalterlichen Mystik und ihren Höhepunkt gegen Ende des 17. Jahrhunderts in den Offenbarungen der seligen Margareta Maria Alacoque. Die Herz-Jesu-Verehrung sei, so Pius XII., „wie von selbst erblüht aus lebendigem Glauben und inniger Andacht, die begnadete Menschen zum anbetungswürdigen Erlöser und seinen verklärten Wundmalen beseelte“. Zu diesen „begnadeten Menschen“ gehörte der Jesuit Bernardo Francisco de Hoyos y de Sena, der 2010 seliggesprochen wurde. Sein Gedenktag ist der 29. November.

Lesen Sie auch:

Bernardo Francisco de Hoyos y de Sena wurde am 21. August 1711 im nordspanischen Torrelobatón bei Valladolid geboren und besuchte das Jesuiteninternat in Villagarcía de Campos. Schon früh äußerte er den Wunsch, in die Gesellschaft Jesu einzutreten, und wurde 1726, mit knapp fünfzehn Jahren, in das Noviziat aufgenommen.

Harter Kampf gegen intellektuelle Eitelkeit

Es folgten zwei Jahre der inneren Läuterung: familiäre Probleme, eine Pestepidemie und der Kampf gegen die eigene intellektuelle Eitelkeit ließen in dem Novizen geistliche Früchte wachsen, die zum Ausdruck kamen in der von ihm verfassten Abhandlung „Das Feuer der göttlichen Liebe“. Ab 1728 absolvierte er in Medina del Campo und in Valladolid Studien zur Vorbereitung auf die Priesterweihe.

Am 3. Mai 1733 erhielt Bernardo einen Brief von einem Mitbruder aus Bilbao, der ihn bat, für ihn einige Passagen aus einem Buch zu kopieren, das sich in Valladolid befand. Es trug den Titel „Von der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu“ und war von P. Joseph de Gallifet verfasst, einem Schüler des Beichtvaters von Margareta Maria Alacoque. Während Bernardo die gewünschten Passagen abschrieb, hatte er ein inneres Erlebnis: „Ich, der ich noch nie davon gehört hatte, begann über die Geburt der Herz-Jesu-Verehrung zu lesen und spürte in meinem Geist eine wunderbare Regung – stark, aber sanft und nicht ungestüm. Sofort begab ich mich vor den Herrn im Sakrament, um mich seinem Herzen darzubieten und, soweit ich es konnte, wenigstens durch das Gebet, zur Verbreitung seiner Verehrung beizutragen. Ich konnte diesen Gedanken nicht loswerden, bis endlich am folgenden Morgen der Herr in der geweihten Hostie mir deutlich sagte, dass er durch mich die Verehrung seines Heiligsten Herzens verbreiten wolle, um seine Gaben vielen Menschen mitzuteilen.“

„Ich werde in Spanien herrschen
und dort mehr verehrt werden als anderswo.“

Zwei Wochen später empfing Bernardo vor dem Tabernakel die Zusage Jesu, die „Große Verheißung“: „Ich werde in Spanien herrschen und dort mehr verehrt werden als anderswo.“ Gemeinsam mit einigen Priestern und Mitstudenten setzte Bernardo sich für die Herz-Jesu-Verehrung ein, um die spanischen Bischöfe und König Philipp V. zu bewegen, das Fest des Heiligsten Herzens Jesu im ganzen Land sowie in den Kolonien einzuführen. Er selbst machte sich mit Feuereifer daran, ein Buch zu diesem Thema zu verfassen, das den Titel trug: „Der verborgene Schatz“.

Lesen Sie auch:

Am 2. Januar 1735 wurde Bernardo zum Priester geweiht; im Juni organisierte er die erste öffentliche Novene zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu. Im September begann er in Valladolid das „Tertiat“, den letzten Abschnitt der Ausbildung im Jesuitenorden. Zwei Monate später erkrankte er an Typhus. Er starb am 29. November 1735 mit nur 24 Jahren. Seine Reliquien sind während der vorübergehenden Aufhebung der Gesellschaft Jesu wenige Jahrzehnte nach seinem Tod verloren gegangen, aber sein geistliches Erbe lebt weiter in der Jesuitenkirche in Valladolid, die am 15. Juni 1941 als Sühnekirche des Heiligsten Herzens zum „Nationalheiligtum der Großen Verheißung“ geweiht wurde.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Junge Leute, Waisenkinder und Menschen im Not standen im Mittelpunkt des Handelns des heiligen Luigi Orione.
12.03.2022, 05  Uhr
Claudia Kock
Der Tod des jungen ägyptischen Priesters Steven Labat bewegt tausende von Menschen. Einige sehen in dem talentierten Schauspieler und Tänzer bereits einen Heiligen unserer Zeit.
13.06.2022, 15  Uhr
Markus Zurl
Themen & Autoren
Claudia Kock Bischöfe Geistliche und Priester Heilige Jesuiten Jesuitenorden Jesus Christus Philipp V. Pius XII. Priesterweihen Päpste

Kirche

Das deutsche Ergebnis der Befragung zur Weltbischofssynode zeigt: Mit dem Synodalen Weg können Gremien Monologe führen, aber keine jungen Leute hinter dem Ofen hervorlocken.
09.08.2022, 11 Uhr
Regina Einig
„Du sollst dir kein Bild von Gott machen“ – oder doch? Der Bilderstreit des achten und neunten Jahrhunderts.
09.08.2022, 19 Uhr
Christoph Münch
Beeindruckendes Buch: Andreas Sturm beschreibt seinen Weg zum Austritt aus der katholischen Kirche mit schonungsloser Ehrlichkeit. Ein Spiegel der Kirche unserer Tage.
06.08.2022, 07 Uhr
Peter Winnemöller