Tagesheiliger: 7. Juli: Heiliger Willibald von Eichstätt

Von Katrin Krips-Schmidt

Willibald, Wunibald und Walburga – welch harmonischer Dreiklang! Typisches Stilmittel mit Hintergrund bei der Namensgebung unserer Vorfahren aus dem Frühmittelalter war die Alliteration – die Verwendung gleicher Anfangslaute –, um Familienzusammenhänge erkennbar werden zu lassen. Mit ihren Eltern, Richard von Essex (auch Richard der Sachse oder Richard von England) und Wunna, verband die drei Geschwister noch etwas ganz anderes: die Heiligkeit. Die ganze Familie war heilig, war sie doch in der Mission um den heiligen Bischof Bonifatius, den „Apostel der Deutschen“, überaus eifrig um die Weitergabe der Frohen Botschaft unter den Germanen bemüht und ungemein erfolgreich gewesen. Ihr segensreiches Wirken entfaltete sich im achten Jahrhundert im Frankenreich und damit in einer Zeit und Region, in der die Bindung von Bischöfen und auch des niederen Klerus an das Zentrum Rom immer mehr verloren zu gehen schien, die kirchliche Situation ungefestigt war und erneuert werden musste. Bonifatius beklagte sich in seinen Briefen über heidnische Bräuche unter Gläubigen und Geistlichen und berichtete darüber, dass er Bischöfen und Priestern die Jagd, das Tragen von Waffen, die Wahrsagerei und das Zusammenleben mit Frauen verbieten musste. Über die teilweise unhaltbaren Zustände schrieb er: „Die Franken haben nämlich nach Aussagen älterer Männer seit über 80 Jahren keine Synode abgehalten, keinen Erzbischof gehabt und keine kirchenrechtlichen Bestimmungen irgendwo begründet oder erneuert. Jetzt sind zum größten Teil die Bischofssitze in den Städten entweder Laien überlassen, die nach dem Besitz trachteten, oder aber eingedrungenen, der Unzucht und dem Wucher frönenden Geistlichen, zu weltlichem Genusse.“ In dieser Situation nun holte sich Bonifatius die Brüder Wunibald und Willibald als tatkräftige Helfer in sein Missionsgebiet.

Zwei Jahre in Konstantinopel und Mönch in Montecassino

Der heilige Willibald war der erste Bischof von Eichstätt, dessen Hochfest die Diözese Eichstätt am 7. Juli begeht. Geboren am 22. Oktober 700 im englischen Essex, kam er zunächst in die Obhut von Mönchen in Southampton. 721 unternahm er mit seinem Vater Richard und seinem Bruder Wunibald eine Pilgerfahrt nach Rom. Der Vater verstarb unterwegs, und Willibald setzte seine Reise in das Heilige Land fort, wo er sich mehrere Jahre, bis 727, aufhielt. Auf der Rückreise blieb er zwei Jahre in Konstantinopel und verbrachte neun Jahre als Mönch in dem berühmten, 577 von den Langobarden zerstörten Kloster Montecassino, an dessen Wiederaufbau er sich beteiligte. Auf Bitten des heiligen Bonifatius schließlich sandte ihn Papst Gregor III. nach Germanien, wo er 740 zum Priester geweiht und nach Eichstätt gesandt wurde. 741 erhielt er von Bonifatius die Bischofswürde und errichtete in Eichstätt die Bischofskirche, den Vorgängerbau des heutigen Willibaldsdoms. Mit Wunibald gründete er in Heidenheim ein Doppelkloster – Walburga wurde zur Äbtissin des Frauenklosters ernannt. Nach dem Tod Wunibalds, der dem Männerkloster als Abt vorstand, übernahm sie die Leitung des Doppelklosters.

Willibalds engagierte Missionstätigkeit fand ihren Abschluss mit seinem Tod in Eichstätt an einem 7. Juli, wahrscheinlich im Jahr 787. Wie in jedem Jahr gedenkt das Bistum Eichstätt seines unvergesslichen Patrons mit der „Willibaldswoche“, bei der noch bis zum 11. Juli zahlreiche Veranstaltungen, wie mehrere Pontifikalämter, Prozessionen, Vorträge und anderes auf dem Programm stehen.

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