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Reise zu dir selbst?

Wenn Fasten zum Lifestyle wird, verdunkelt es das, worum es eigentlich geht.
Fasten wie die Bibel lehrt
Foto: imago stock&people | Lifestyle-Fasten ist nicht schlecht, und die Einübung in den Verzicht führt zu mehr Selbstkontrolle. Doch erfüllend ist nicht der Blick auf sich selbst, sondern auf Christus.

Fasten ist sexy. Fasten ist Lifestyle. Und Fasten kurbelt die Marktwirtschaft an. Aus der Not des modernen Menschen, der sich in Medienkonsum, Freizeitstress und Überfluss verliert, haben sich profitable Geschäftsmodelle entwickelt. Sie wissen nicht so recht, wie Verzicht funktioniert? Keine Sorge: Fastenbücher, -kurse, -coaches, -hotels und -wanderungen vermitteln das nötige Know-how. Die Werbung dafür ist verführerisch. „Fasten soll jetzt Spaß machen“, heißt es da zum Beispiel. Oder: „Wie neugeboren durch Fasten“.

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Gern wird das Fasten auch als „Reise zu dir selbst“ beschrieben. Und in der Tat geht es beim Lifestyle-Fasten nicht nur – aber häufig eben auch – um Figur, Anti-Aging und Steigerung der Performance. Manchmal ist es die letzte Notbremse, um die viel zu vielen gefährlichen Pfunde zu verlieren, den Körper zu entgiften oder ein Burnout zu vermeiden.

Ziel des Fastens ist nicht der Mensch

Davor sind auch Christen nicht gefeit. Doch sie sollten wissen und weitergeben: Das Ziel der Reise zu uns selbst sind nicht wir selbst.  Denn in unserem tiefsten Inneren wartet Gott. Jede Reise zu uns selbst, die nicht zu ihm durchdringt, wird uns letztlich nicht das geben, wonach wir uns zutiefst sehnen: das Wissen um die Gegenwart einer personalen Liebe, die bedingungslos und ewig ist. 

So ist jede noch so stylische Fastenkur zu wenig, um uns wahre Erfüllung zu schenken. Mehr noch: Lifestyle-Fasten hat das große Potenzial, das zu verdunkeln, worum es ursprünglich beim Fasten geht. Allzu groß ist die Versuchung, sich beim Äußerlichen aufzuhalten und nicht zu Gott zu finden, der das Ziel des Fastens ist: Wahres Fasten soll den Blick vom Unwesentlichen auf das Wesentliche lenken, indem man durch den Verzicht körperlich und seelisch spürt, wie nackt man eigentlich ist, wonach man im Tiefsten dürstet und auch, wie sehr man von Gott abhängt.

Biblisches Fasten ist kein Lifestyle-Fasten

Biblisches Fasten unterscheidet sich daher essenziell vom Lifestyle-Fasten. Es soll uns helfen, uns neu auf Gott auszurichten. Daher steht es auch häufig in Verbindung mit der Reue über die eigene Abkehr von Gott, mit Buße für die eigenen Sünden oder die anderer. In Joel 2,12 heißt es: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen!“

Im Neuen Testament bezieht Jesus das Fasten ausdrücklich auf die Trauer um seine Abwesenheit: „Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten“ (Mt 9,14–15). 
Fasten, biblisch betrachtet, hat immer eine geistliche Wirkung. Indem man auf etwas verzichtet und dieses Opfer mit dem großen Opfer Christi verbindet, erfleht man von Gott besondere Gnaden.

Einzig der Blick  auf Gott ist erlösend

Die Bibelstelle aus Matthäus 9 kann daher auch so verstanden werden, dass man durch das Fasten zum einen um die baldige Wiederkunft Christi, zum anderen um seine erfahrbare Gegenwart im persönlichen Leben und Alltag bittet.

Um diese Gegenwart geht es beim Fasten. Und diese Gegenwart ist unvergleichlich erfüllender und verwandelnder als das Loswerden überflüssiger Kilos und die Stärkung der eigenen Fitness – selbst wenn beides für die Gesundheit in der Tat wichtig ist. Lifestyle-Fasten ist deswegen nicht schlecht, und die Einübung in den Verzicht führt durchaus zu mehr Selbstkontrolle. Schade ist nur, wenn es dabei bleibt. Christen sollten die wahren Fastenprofis sein, die wissen: Nicht der Blick auf uns selbst, sondern einzig der auf Gott ist erlösend. 

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