Papstkritiker gründen Akademie für das Leben

Rom (gho) Als Alternative zur Päpstlichen Akademie für das Leben, in die Papst Franziskus zahlreiche neue Fachleute berufen und dabei die Amtszeit einer Reihe von ehemaligen Mitgliedern des 1994 von Johannes Paul II. errichteten Expertengremiums nicht mehr verlängert hat, ist nun ein freier Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Pro Life-Aktivisten auf den Plan getreten, der sich bewusst „John Paul II Academy for Human Life and the Family” (JAHLF) nennt und sich offenbar in der Tradition der alten Akademie für das Leben sieht, während sich die seit August 2016 von Erzbischof Vincenzo Paglia geleitete neue Päpstliche Akademie bei der Behandlung von Lebensschutzfragen breiter aufstellen will. Zu der neuen Gruppe, für deren zukünftiger Status als Verein, akademische Einrichtung oder Ähnliches keine Informationen vorliegen, gehören die ehemaligen Akademie-Mitglieder Joseph Seifert, Christine de Marcellus Vollmer, Thomas Ward, Philippe Schepens, Mercedes Arzú de Wilson, Luke Gormally, Michael Schooyans sowie der italienische Historiker Roberto de Mattei, der sich als heftiger Kritiker von Papst Franziskus einen Namen gemacht hat. Die Neugründung hat der Philosoph Joseph Seifert am vergangenen Wochenende auf einer Tagung in Rom bekannt gegeben, die ein Zusammenschluss von mehreren Lebensrechtsgruppen namens „Voice of the Family“ an der Päpstlichen Universität Angelicum zum fünfzigsten Jahrestag des Erscheinens der Enzyklika „Humanae vitae“ veranstaltet hat. Wie Seifert bei der Gelegenheit sagte, sei es Ziel der neuen Akademie, „alle schrecklichen Übel und Irrtümer zurückzuweisen, die die moderne Gesellschaft charakterisieren und schließlich auch in das Innere des Heiligtums der Kirche eingedrungen sind“. Dazu gehöre auch, Abtreibung Mord zu nennen und nicht einfach als eine Unterbrechung der Schwangerschaft zu bezeichnen. Indem die neue Akademie den Wert und die Verteidigung des Lebens bezeuge, betrachte sie alle diese Aspekte im Licht des ewigen Lebens. „Die JAHLF beschränkt sich nicht darauf, das menschliche Leben nur aus rein biologischer Sicht zu betrachten, sondern bekräftigt darüber hinaus die Wirklichkeit der menschlichen Seele, die am Ursprung des Lebens steht“, sagte Seifert. „Die JAHLF wird sich, mit anderen Worten gesprochen, mit den metaphysischen und anthropologischen Grundlagen der ethischen Wahrheit befassen.“

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