Missionar in Germanien

Zu Gedenktag des heiligen Wunibald am 18. Dezember. Von Stefan Meetschen

Sein Name ist ein bisschen aus der Mode gekommen, im kirchlichen Leben haben ihm andere Familienmitglieder den Rang abgelaufen. Die Rede ist vom heiligen Wunibald, dem Gründer und ersten Abt des Klosters Heidenheim am Hahnenkamm in Mittelfranken. Im Jahre 701 kam er in Wessex (England) zur Welt. Seine Eltern sollen Wunna und Richard, ein angelsächsisches Königspaar, gewesen sein. Fest steht: Im Jahr 720 pilgerte Wunibald mit seinem Vater und seinem Bruder Willibald nach Rom, um Mönch zu werden. Er studierte Theologie und erhielt die Tonsur. 727 ging er zurück nach England, 730 kehrte Wunibald mit einem jüngeren Bruder zurück in die Ewige Stadt. 738 rief der mit Wunibald verwandte Missionar Winfried-Bonifatius ihn und seinen Bruder Willibald nach Germanien – nicht ohne Wunibald vor der großen Evangelisierungsaufgabe zum Priester zu weihen.

Ab 739 wirkte Wunibald als Glaubensverkünder in Sülzenbrücken bei Erfurt in Thüringen, später dann, ab 744 missionierte Wunibald bei Amberg in der bayerischen Oberpfalz. Von 747 bis 751 predigte er in Mainz. Im Frühjahr 752 gründete Wunibald das Benediktinerkloster in Heidenheim in der Diözese Eichstätt. Praktischerweise war sein Bruder Willibald seit 741 der Bischof von Eichstätt. Wunibald wurde Abt in Heidenheim. In den Schilderungen des Lebens der Heiligen und Seligen des Bayerlandes (Bavaria Sancta) ist über diese Zeit als Abt vermerkt: „Seine erste Angelegenheit war jedoch die geistige Bildung der Mitbrüder, die sich zahlreich in seinem Kloster einfanden. Ihnen ging er mit dem Beispiel der strengsten Selbstverleugnung und des heiligen Eifers für die Ehre Gottes und für die Rettung und Heilung der armen Mitmenschen voran. Ihnen war er Lehrer und Vater. Mit den Schätzen seiner himmlischen Weisheit, die er durch Studium und Gebet gewonnen hatte, bereicherte er seine Jünger, damit auch sie hingehen und Frucht bringen konnten, die ewig bleibt.“

„Wunibald gilt

als Patron der

Brautleute und

Bauarbeiter“

Kurz vor seinem Tod reiste Wunibald unter großen Mühen und mit gesundheitlichen Beschwerden nach Fulda, um am Grab des heiligen Bonifatius zu beten. Wieder zurück in Heidenheim spielte er eine Zeit lang mit dem Gedanken, ins Kloster Montecassino, bei dessen Wiederaufbau er mitgeholfen hatte, zu gehen. Er blieb aber in Heidenheim und starb am 18. Dezember 761 ebendort. Seine jüngere Schwester Walburga wandelte das Kloster in ein Doppelkloster um und leitete den Frauenteil.

Bereits 777 erhob Bruder Willibald, der Eichstätter Bischof, die unverwesten Gebeine Wunibalds und bettete sie in eine neu erbaute Krypta, was, wie das Ökumenische Heiligenlexikon hervorhebt, einer Heiligsprechung gleichkam. Im Jahr 788 verfasste die Nonne Hugeburg eine Doppelvita Wunibalds und Willibalds. 870 wurden Wunibalds Reliquien zusammen mit denen seiner Schwester Walburga nach Eichstätt übertragen. Sie gelten heute als verschollen. Für das von ihm gegründete Kloster Heidenheim brachen mit der Reformation schwere Zeiten an. Das Kloster wurde aufgelöst. In der Klosterkirche fanden nur noch evangelische Gottesdienste statt.

Wunibald gilt als Patron der Brautleute und Bauarbeiter. Sein himmlischer Geburtstag hat aber auch eine meteorologische Dimension – ausgedrückt in der alten Bauernregel: „Um den Tag des Wunibald, da wird es meistens richtig kalt.“

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