Junge Federn: Der Überfluss

Herbsttage voller Familiengefühl. Von Anna Liechtenstein
Der Überfluss

Über fünf Tage hinweg durften wir kosten von der alles verwandelnden Gegenwart Gottes, von der Kraft seiner Liebe, die Mauern der Trennung niederreißt, und vom sanften Säuseln seiner Stimme, das die Wahrheit tief und fest in unsere Herzen verankert. Gemeinschaft, Einheit, Familie, Erneuerung, Ausrichtung, Heilung, Hoffnung, Großzügigkeit, Spaß, Tiefe, Stärkung, Identität, Ermutigung, Sendung...

Vier Wochen vor den Herbsttagen kam ich nach Wien, um im HOME Operngasse als Hauptamtliche Mitarbeiterin einzusteigen, und durfte gleich bei den Vorbereitungen mithelfen (ich sollte die Talk-Ecke für den Livestream gestalten). Die Vorfreude auf die Herbsttage stieg immer mehr – und gleichzeitig die Aufregung und Anspannung, natürlich. Kurz bevor es am Mittwoch losging, rieselten im Teamgebet schon die Worte der Erkenntnis, als wir einmal mehr alles Jesus anvertrauten. Was mich persönlich ansprach war der Zuspruch, dass Gott ein Geschenk für jeden Einzelnen vorbereitet hatte, nämlich auch für die, die während der Herbsttage „dienen“ würden – also auch für mich... Meine Erwartungen wurden schon an diesem ersten Tag übertroffen. Nicht nur im Lobpreis und im Vortrag, sondern genau in meinem „Dienst“ hat Gott mich beschenkt. Was wir vorausplanen konnten, haben wir getan, aber schlussendlich mussten Ablauf und Inhalt in dieser Talk-Ecke spontan passieren, also immer spannend und mit einem gewissen Risiko verbunden. Und genau dort, wo ich – zugestanden – so wenig daran geglaubt habe, hat der Heilige Geist gewirkt, und mich und andere beschenkt! Die Zusammenarbeit im Team war schon ein Zeugnis dafür, dass Gott Einheit schafft und Familie und Heimat stiftet, egal in welcher Situation; wir beteten, lachten, weinten und dienten Seite an Seite. Die Herbsttage waren VOLL von diesem Familiengefühl, von Lobpreis, Einheit, Liebe und gegenseitiger Ermutigung. Die Versöhnung zwischen Katholiken und Protestanten brachte mich und hunderte andere erst in Schmerz und Tränen auf die Knie und dann befreit und lachend in die Arme meiner Geschwister in Christus – es war gewaltig!! Dann der Abend der Barmherzigkeit im Dom – ich wollte gar nicht mehr weg! Als ich am Samstag gegen Ende des Vortrags von Pete Greig schon oben auf der Orgelempore stand, wurden die Teilnehmer gerade aufgefordert, füreinander um neue Hoffnung zu beten. Ich schaute hinunter auf die in Grüppchen betende Menge, und dachte mir „ja, DAS ist meine Familie“. Und immer wieder, mitten in dieser Menge, sprach Gott zu MEINEM Herzen, ganz persönlich – eine Begegnung mit meinem Schöpfer, mit Ihm, der meine Seele grenzenlos liebt. Ein Überfließen der Liebe Gottes.

Die Autorin engagiert sich im HOME Operngasse in Salzburg

Themen & Autoren
Jesus Christus Trennung

Weitere Artikel

Eine voreingenommene und unkritische Liebeserklärung.
10.01.2023, 15 Uhr
Generation Benedikt
Unsere auch geistig vergiftete Welt bedarf der Heilung. Ohne Barmherzigkeit und die Bereitschaft zu bedingungsloser Liebe wird das nicht gehen.
13.10.2022, 11 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Die Debatte um Johannes Paul II. hat für einige Überraschungen gesorgt. Wie geht es nun weiter?
24.03.2023, 11 Uhr
Stefan Meetschen
Dokumente sollen nicht bestätigen, dass „Missbrauchspriester“ Saduś ein Pädophiler gewesen sei – Aktuelle Umfrage: Mehr Polen betrachten Johannes Paul II. als Autorität.
24.03.2023, 09 Uhr
Stefan Meetschen
Placido Riccardi trat am 12. November 1866 in Sankt Paul vor den Mauern in den Benediktinerorden ein und legte am 19. Januar 1868 die einfachen Gelübde ab.
24.03.2023, 21 Uhr
Claudia Kock
Der Campo santo in Rom hat einen neuen Rektor: Konrad Bestle, Augsburger Priester und bisheriger Kurat der deutschsprachigen römischen Pfarrgemeinde Santa Maria dell’Anima.
23.03.2023, 21 Uhr
Guido Horst