Junge Federn: Als Christ in der Politik

Ein Blick in unser Land und in die Welt verrät, es gibt viel zu tun. Von Pascal Landahl
Pascal Landahl, freier Autor "Junge Federn"

„In Verantwortung vor Gott und den Menschen“ beginnt die Präambel unseres Grundgesetzes. Unsere Verfassung feiert in diesem Jahr am 23. Mai 2019 ihren 70. Geburtstag. Bewusst haben sich die Väter des Grundgesetzes dafür entschieden, Gott explizit zu erwähnen und die rechtliche Grundlage des deutschen Staates auf Gott aufzubauen. Während nach dem Krieg die meisten Deutschen wohl noch (gläubige) Christen waren, ist es heute eine immer kleiner werdende Minderheit. Dies zeigt auch Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft. Christentum und Religion allgemein haben inzwischen eine eher niedrige Relevanz. Was bedeutet das für Christen? Die Zeiten sind gewiss nicht leicht. Aber waren die Umstände je leicht? Wir sollten uns vor der Behauptung hüten, diese Zeit sei besonders schwierig, um sich als Christ in der Politik oder überhaupt zu engagieren. Während der Diktaturen der Nazis oder der SED war es sicherlich nicht einfacher, ja sogar teils tödlich, als Christ öffentlich die Stimme zu erheben.

Schon in der Schrift finden wir das durch Christus selbst begründete Prinzip der Laizität. Staat und Kirche sind in Deutschland prinzipiell getrennt. Und das ist auch gut so! Dennoch: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“, wie es der Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde in seinem berühmten Diktum pointiert und zutreffend ausdrückte. Konstitutives Element von Staat und Verfassung ist die Freiheit. Diese kann vom Staat jedoch nicht erzwungen werden, ohne dass dieses Handeln der Freiheit selbst widerspräche. Hier kommen wir als Christen ins Spiel. Gott hat uns zur Freiheit berufen, von Sünde und Tod durch seine Auferstehung befreit.

Auch wenn es heutzutage immer weniger christliche Politiker geben mag, existieren doch Vorbilder: Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und Robert Schuman zum Beispiel. Sie legten auch das Fundament für das Europa, in welchem wir heute leben. Ihre Aufgabe war alles andere als leicht, aber sie nahmen die Verantwortung an und schufen die Grundlage für Frieden und Wohlstand. Gewiss kann dies für uns Christen nicht alles sein, denn unser Ziel ist letztlich das ewige Leben. Deshalb sind wir Christen auch keine Weltverbesserer, die einer bestimmten Ideologie folgen. Zugleich wissen wir: Gott hat uns Freiheit und Verantwortung geschenkt, diese Welt zu gestalten. Für alles, was wir tun oder unterlassen, müssen wir uns schlussendlich vor Ihm verantworten. Ein Blick in unser Land und in die Welt verrät, es gibt viel zu tun. Die Welt braucht die Frohe Botschaft Christi. Unser Land benötigt nun vor allem couragierte Christen, die das christliche Menschenbild und die Lehre der Kirche als Grundlage und Inspiration für ihr politisches Handeln verwenden. Denn: Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!

Der Autor, 20, studiert Jura in Hamburg

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