Porträt der Woche

Ein theologisches Schwergewicht

Wolfgang Klausnitzer wird neuer Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz.
Wolfgang Klausnitzer
Foto: Elisabeth Fürst | Ein Bayer in Wien: Klausnitzer folgt auf Wolfgang Buchmüller, der seit 2019 Rektor der Hochschule gewesen war.

Auf den ersten, oberflächlichen Blick ist seine Ernennung alles andere als naheliegend: Warum sollte ein bayerischer Diözesanpriester an der Spitze der weltweit einzigen Hochschule des Zisterzienserordens stehen? Gerade die Philosophisch-Theologische Hochschule in Heiligenkreuz bei Wien – 1802 als Hauslehranstalt niederösterreichischer Zisterzienserklöster gegründet – könnte auf ein Reservoir akademisch qualifizierter Ordensleute zugreifen.

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Dennoch übernimmt, wie am Dienstag bekannt gegeben wurde, der deutsche Fundamentaltheologe Wolfgang Klausnitzer nun das Amt des Rektors der „Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“. Er folgt darin dem Zisterzienserpater Wolfgang Buchmüller nach, der die Hochschule im Wienerwald ab 2019 souverän leitete. Der Abt von Heiligenkreuz, Maximilian Heim, ernannte als Magnus Cancellarius (Großkanzler) der Hochschule Wolfgang Klausnitzer am Dienstag nach Zustimmung des vatikanischen „Dikasteriums für Kultur und Bildung“.

Theologisches Schwergewicht

Sieht man genauer hin, erschließt sich der Sinn der Ernennung: Klausnitzer lehrt – neben seinen Tätigkeiten als Ordinarius an mehreren Fakultäten – seit 35 Jahren an der Hochschule im Wienerwald Fundamentaltheologie und ist hier auch Vorstand des Instituts für Dogmatik und Fundamentaltheologie. Bei seinen Studenten äußerst beliebt, als Theologe weithin geachtet, genießt er auch das Vertrauen des Abtes. Aufgrund seiner engen Verbundenheit mit Heiligenkreuz wurde Klausnitzer bereits vor Jahren in den Kreis der Familiaren des Zisterzienserordens aufgenommen.

Der 1950 im mittelfränkischen Bad Windsheim geborene Wolfgang Klausnitzer studierte einst Philosophie und Theologie in Innsbruck, Paris und Oxford, bevor er 1976 in Bamberg zum Priester geweiht wurde. Nach seiner Promotion in Innsbruck über die „Päpstliche Unfehlbarkeit bei Newman und Döllinger“ und einem Studienjahr in Japan wirkte er zunächst in der heimischen Seelsorge sowie als Subregens – später als Regens – des Priesterseminars von Bamberg. Seit 1986 lehrt er Fundamentaltheologie: zunächst an der Universität Innsbruck, dann in Bamberg und Würzburg – und parallel stets in Heiligenkreuz. 2016 an der Universität Würzburg emeritiert, war er zuletzt in Heiligenkreuz auch Forschungsdekan.
Ein theologisches Schwergewicht, das in Heiligenkreuz „Theologie und Spiritualität verbinden und Theologie im Herzen der Kirche betreiben möchte“. Klausnitzer hat jedenfalls die Erfahrung und das allseitige Vertrauen, um das Profil der Hochschule Heiligenkreuz zu erhalten und zu stärken.

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Stephan Baier Fundamentaltheologen Hochschule Heiligenkreuz Julius-Maximilians-Universität Würzburg Maximilian Heim

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