Die Legende der Märtyrer

Zum Siebenschläfertag am 27. Juni. Von Katrin Krips-Schmidt

Der Wert der Siebenschläferlegende liegt vor allem in ihrer religiösen Aussage, die vom Vertrauen und vom Glauben an die Auferstehung berichtet.

Unter dem römischen Kaiser Decius kam es um 250 zu einer grausamen Christenverfolgung. Sieben junge Männer aus Ephesus weigerten sich standhaft, den heidnischen Göttern zu opfern. Auch eine gewisse Bedenkzeit, die man ihnen zur Abkehr vom Christentum einräumte, ließen sie verstreichen. Nachdem Constantinus, Dionysius, Johannes, Malchus, Martianus, Maximianus und Serapion ihr Hab und Gut unter den Armen verteilt hatten, verbargen sie sich in einer Berghöhle vor den römischen Soldaten, von denen sie verfolgt wurden. Gott ließ die Jünglinge in ihrem Versteck in einen tiefen Schlaf fallen. Schließlich wurden sie von den Soldaten des Kaisers aufgespürt. Dieser gab den Befehl, die Höhle mit großen Steinen zu verschließen und zu versiegeln.

Nach 180 Jahren wollte ein Bauer die Höhle als Schafstall nutzen, brach sie auf und war überrascht, die schlafenden Männer vorzufinden. Inzwischen war das Christentum bereits Staatsreligion im Römischen Reich geworden, und es regierte Kaiser Theodosius II. (401–450). Die Jünglinge erwachten zu neuem Leben. Da sie Hunger hatten, schickten sie den Jüngsten unter ihnen in die Stadt, um Brot zu kaufen. Dieser war erstaunt über die Veränderung der Stadt, und auch der Bäcker nahm mit Verwunderung zur Kenntnis, dass man ihn mit einer Münze bezahlen wollte, die das Konterfei des Kaisers Decius trug. Der Bischof wurde herbeigerufen, um das Wunder der „Siebenschläfer“ in der Höhle zu besichtigen. Alle priesen Gott für diese göttliche Tat und bekannten ihren Glauben an die Auferstehung.

Die Siebenschläferlegende ist vermutlich syrischen oder griechischen Ursprungs und existierte bereits im fünften Jahrhundert in verschiedenen Fassungen. Sie wurde kurze Zeit später in orientalische Sprachen und durch den heiligen Gregor von Tours im sechsten Jahrhundert ins Lateinische übersetzt und damit in ganz Europa bekannt gemacht. Sie findet sich ebenfalls in der Legenda aurea des Jakobus de Voragine.

In Deutschland wurde die Legende von den sieben Märtyrern von Ephesus im Mittelalter immer beliebter. Es gibt nur zwei Kirchen, die ihnen geweiht sind: die Siebenschläferkirche im niederbayerischen Rotthof, sowie die Sept-Saints-Kirche in der Bretagne.

Seit der Barockzeit gilt der Siebenschläfertag traditionell als ein Tag der Wettervorhersage. Als Regeln haben sich eingebürgert: „Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet“ und „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“

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