Würzburg

„Deutschland betet“ ist ein Leuchtturm

In Zeiten der Verwirrung hebt sich die Initiative "Deutschland betet" wohltuend ab vom innerkatholischen Dauerstreit und der Angst vieler Christen vor einer neuen Weltordnung, in der Gott keine Rolle spielt. Ein Kommentar.
Gebetsinitiative
Foto: Danny Gohlke (ZB) | Seit einer Woche ist die Seite www.deutschland-betet-rosenkranz.de online und zieht inzwischen ökumenische Kreise.

Das Echo auf die jüngsten Initiativen zum öffentlichen Rosenkranzgebet in Deutschland und Österreich geht weit über die Kreise frommer Katholiken hinaus. Seit einer Woche ist die Seite www.deutschland-betet-rosenkranz.de online und zieht inzwischen ökumenische Kreise. Insbesondere Freikirchler nehmen die Einladung an, ihre verunsicherten Zeitgenossen an die Chance des Gebets zu erinnern. In Zeiten der Verwirrung hebt sich die Initiative wohltuend ab vom innerkatholischen Dauerstreit und der Angst vieler Christen vor einer neuen Weltordnung, in der Gott keine Rolle spielt.

Elite der Beter wird dringend gebraucht

Wie dringend die Elite der Beter gebraucht wird, um christliche Prioritäten in der Öffentlichkeit zurechtzurücken, zeigt die Debatte um das Interview des emeritierten Kurienkardinals Gerhard Müller. Als er dem österreichischen St.-Bonifatiusinstitut seine Befürchtungen vor den Machenschaften einer Finanzelite darlegte, machte das Eindruck auf viele beunruhigte Gläubige. Denn Müller äußerte öffentlich Befürchtungen, die selbst im Vieraugengespräch die Rückfrage wert gewesen wären, auf welche Informationen er sich stützt. Offen bleibt, wessen Seelenheil der Kardinal damit eigentlich dienen will.

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Nützt er dem Interviewer, der in seinen Fragen bezeichnenderweise ausklammerte, dass die Angst vor der neuen Weltordnung längst ein lukratives Geschäftsmodell ist, an dem viele verdienen? Hilft er den verstörten Zuschauern? Oder will er George Soros, Klaus Schwab und Bill Gates ins Gewissen reden? Letztere sind fraglos alles andere als vertrauenswürdig. Die Kirchengeschichte bietet aber genug Beispiele dafür, dass Beter keinen Grund haben, Ängste vor einem „Big Reset“ zu verbreiten. An einer Agenda ohne Gott sind bisher alle gescheitert. Es ist kein Zeichen journalistischer Gleichschaltung, an die zeitlos gültige Maxime Johannes Pauls II. zu erinnern: „Habt keine Angst“.

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